Johannes-Kepler-Gymnasium | Stuttgart-Bad Cannstatt
Am Johannes-Kepler-Gymnasium ermöglichen wir unseren SchülerInnen seit vielen Jahren ästhetisch-kulturelle Erfahrungen in vielen Bereichen des Schullebens. Die ganzheitliche Förderung und der Aufbau kreativ-schöpferischen Potenzials der SchülerInnen durch Musik, Theater, Kunst und Kultur im Unterricht und im Ergänzungsbereich (AGs und außerunterrichtliche Veranstaltungen) liegen uns besonders am Herzen.
Wir freuen uns daher sehr über die nun erfolgte Aufnahme in das Landesprogramm „Kulturschule Baden-Württemberg“, einer Kooperation des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg mit der Stiftung Mercator und der Karl-Schlecht-Stiftung. Neben einer finanziellen Förderung für Kulturprojekte hat das JKG nun auch die Möglichkeit, am Erfahrungsaustausch und der gemeinsamen Entwicklung von Ideen im Netzwerk der "Kulturschulen" Baden-Württembergs mitzuwirken.
Zweites Kulturschaufenster am JKG: Ein Fest der Kreativität und Vielfalt an der Schule
Am Freitag, den 21.11.25 erlebte die Schulgemeinschaft ein eindrucksvolles Spektakel beim Kulturschaufenster, einer Veranstaltung, die die Talente und Kreativität der Schüler:innen in den Vordergrund stellte und die Gäste zum Mitmachen einlud. Nach einem vom Schulchor schwungvoll und mitreißend präsentierten Medley aus „Sister Act“ und inspirierenden Worten des Schulleiters Christian Klemmer zur Eröffnung des bunten Programms, konnten die Besucher eine Vielzahl von Darbietungen und Ausstellungen aus verschiedenen Fachbereichen genießen.
Living Library: Menschen als Bücher
Ein Highlight war die Living Library, bei der Besucher:innen echte Menschen als "Bücher" ausleihen konnten. Diese innovative Idee ermöglichte es den Teilnehmenden, mit Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen ins Gespräch zu kommen und deren Geschichten zu hören. Diese persönliche Interaktion förderte den Austausch und das Verständnis für unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen. Wir danken Frau Kapaun und Frau Brucker für die professionelle Organisation dieses Projektes.
Ausstellung der Keplerpreisarbeiten und der banned books
Parallel fand eine beeindruckende Ausstellung statt, die die Keplerpreisarbeiten der Schüler:innen präsentierte. Diese Arbeiten, die verschiedene wissenschaftliche und künstlerische Projekte umfassten, zeugten von der Innovationskraft und dem besonderen Engagement der Schüler:innen. Zudem wurde eine Sammlung von banned books ausgestellt, die zum Nachdenken über Zensur und Meinungsfreiheit anregte. Diese Bücher, die in einigen US-Bundesstaaten nicht mehr in öffentlichen Bibliotheken stehen dürfen, wurden von den Schüler:innen der J1 in den Mittelpunkt gerückt.
Klaviermusik, Lesungen und Tanzperformance
Im stimmungsvollen Ambiente der neu gestalteten Schülerbücherei fanden nicht nur Lesungen von Schüler:innen statt, sondern auch beeindruckende musikalische Darbietungen auf dem neu erworbenen Klavier sowie eine flotte und überzeugend durchchoreographierte Tanzaufführung unserer Tanz-AG.
Live-Zeichnen im Zeichensaal
Im Zeichensaal wurde von 9 Schülerinnen ein überdimensional großes Kunstwerk live gezeichnet: Das Foto des fackeltragenden und vom Adler begleiteten Prometheus, eine der Dachfiguren auf unserer Schule, wurde in Abschnitte zerteilt. Jede Schülerin zeichnete einen Ausschnitt stark vergrößert mit schwarzer und weißer Kreide auf getöntes Papier. Angeregte Gespräche begleiteten die intensive und angenehme Arbeitsatmosphäre. Schüler:innen und Kunstinteressierte konnten den kreativen Prozess hautnah miterleben und dabei zuschauen, wie das Kunstwerk Form annahm. Um ca. 20:00 Uhr wurde das Gemeinschaftswerk zum 2,80 x 1,40m großen Gesamtbild zusammengesetzt. Prometheus, die mythologische Figur des Feuerbringers, Lehrmeisters, aber auch Urhebers der menschlichen Zivilisation, blickt nun von der Wand des Zeichensaales aus nachdenklich in die Ferne.
Abends: Literatur- und Theateraufführung
Der krönende Abschluss des Kulturschaufensters war die Aufführung des Literatur- und Theaterkurses, die das Publikum in ihren Bann zog. Mit Leidenschaft und Talent präsentierten die Schüler:innen eine eindringliche Inszenierung ihrer Stückentwicklung „Ich wollte dir nie etwas antun“.
Das Kulturschaufenster war ein voller Erfolg und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ die Schulgemeinschaft ist. Die Veranstaltung bot nicht nur eine Plattform für künstlerische und wissenschaftliche Ausdrucksformen, sondern förderte auch den Austausch und das Miteinander unter den Schüler:innen, Lehrer:innen und Gästen.
Fotos: Martina Joukl, Johanna Mehling (Abbildung des Kunstwerkes), Marie Leiser-Atemborska (Prozess BK)
Beim Landestreffen der Kulturschulen Baden-Württembergs am 28.11.24 in der Akademie Schloss Rotenfels unter dem Motto „Potenziale der kulturellen Bildung“ konnte Schulleiter Christian Klemmer die Auszeichnung aus den Händen von Frau Dr. Brandenburger (Kultusministerium) entgegennehmen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion dankten die Vertreter:innen des KM sowie der Stiftungspartner (u.a. Würth-Stiftung, Karl-Schlecht-Stiftung, Eva-Mayr-Stihl-Stiftung) den teilnehmenden Kulturschulen und betonten die wichtige Bedeutung der schulischen kulturellen Bildung, die die Kinder „stark mache“. Dafür brauche es „Leute, die dafür brennen“.
Wir freuen uns auf ein neues Kulturschuljahr 2025!
Foto: Elisa Adams vom KIT Karlsruhe (links), Dr. Katja Brandenburger vom Kultusministerium (Mitte), Schulleiter Christian Klemmer. Fotografin: Daniela Wolf
Musikalische Klänge im Schulhaus, lebendige Bücher, alte Meister in neuem Gewand, Keplerpreise live und Szenen eines überzeitlichen Widerstands - am 22.11. konnte man erleben, wie vielfältig das Kulturleben am JKG ist.
Wer an diesem Freitagnachmittag das Foyer des JKG betrat, wurde mit musikalischen Klängen begrüßt. Ob mit Bartók-Duos für zwei Violinen (Charlotte Hallstein, Kl. 9 und Petra Grevesmühl), Ragtimes und einem Rachmaninow-Prelude (mit Brandon Gan, Kl. 10, am Klavier) sowie mit Leonard Cohens „Halleluja“, einfühlsam präsentiert vom JKG-Chor: Die „offene Bühne“ hatte einiges zu bieten.
Setzte man den Weg durchs Schulhaus fort, so bekam man die bisher einmalige Gelegenheit, in der „living library“ echte, menschliche Bücher auszuleihen. Ob schwäbische Mundart als Kulturgut gilt? Was man als Sterbebegleiter über das Leben lernt? Wie arbeitet man sein Schicksal als Verschickungskind auf? Wie findet man Hoffnung und Zuversicht angesichts globaler Krisen? Diese und weitere Fragen konnten die Besucher:innen den lebendigen Büchern stellen.
Die Fachschaft Kunst präsentierte Arbeiten aus dem „Copy & paste“-Projekt. Auch Keplerpreisträgerinnen waren vertreten, die in einem Raum ihr Projekt „Latopoly“ vorstellten. Stärken konnte man sich auf dem Weg immer wieder im Kulturcafé, das einige Schüler:innen der J2 initiiert hatten.
Am frühen Abend öffnete der Musiksaal seine Türen und der Literatur-und-Theaterkurs (J2) zeigte sein Inszenierungsprojekt zum Thema Widerstand. Die Auseinandersetzung mit Biographien widerständiger Frauen aus unterschiedlichen Zeiten brachte die Schüler:innen zu gewissermaßen ÜBERZEITLICHEN Widerstandsmomenten, aus denen heraus die Szenen entstanden sind.
Danach bestand die Möglichkeit, den Abend im Gespräch ausklingen zu lassen. Wir danken allen Beteiligten und allen Besucher:innen.
Aus einem Projekt während der Kulturprojekttage 2023 entsteht der Trailer für den 37. Stuttgarter Filmwinter – Festival for Expanded Media
Sommer. Drei Tage, ein Klassenzimmer, der Kurpark. Auf 16 mm Film wurde gekratzt, gemalt und er wurde selbst entwickelt. Unter den Kronen einer Buche haben wir uns am knotigen Stamm verbunden. Yoko Ono’s Bedienungsanleitungen weitergesponnen. Mit 16 mm Bolex Kamera Gesten gefilmt. Jede Geste ist eine Bewegung. Jede Bewegung ist eine Verwandlung. Jede Verwandlung eine Verbindung. Im Klassenzimmer wurden Projektoren aufgebaut, 16 mm Filmloops erstellt, Papierrollen gehängt. Voll Expanded Cinema. Ein Bauer-Projektor aus dem Keller der Schule wird ausgegraben. Auf einmal verbinden wir uns mit dem Gebäude, mit der Geschichte des Hauses, mit jedem Wesen, das dort ist. Wir sind die Schrift mit Edding auf dem Klo und wir sind selbst die alten Dias mit rotem Stich, die wir im Geoschrank gefunden haben. Wir waren dort schon immer, schon früher als noch keine Schule da war. Wir sind die Erde und wir sind auch die Aufregung dieser Tage.
Herbst, Ginkgoblätter werden gelb. Sehnsucht. Wir suchen ein Fragment aus dem Film aus. Flechten bedeutet auf geistiger Ebene viel mehr als ein Zopf. Es ist die Verbindung zu allem. Jedes Flechten ist eine besondere Art dieser Verbindung. Wir vergolden das Flechten, wie nach der traditionellen, japanischen Kunst Kintsugi. Die Narben unserer Gesellschaft glitzern jetzt. Be water, my friend.
Herbst, nass. Es wird Musik. Der Sound verbindet sich mit dem Vorspiel von Wagners Lohengrin zum wahnsinnigen Globustanz des Herrschers der Welt Charlie Chaplin, die auch seine berühmte Rede als Diktator begleitet. Es knistert und glitzert und wir sind diejenigen, die sich dafür entscheiden: für das Anzünden eines heimlichen Kerzenlichts oder für den Hall des Schreckens dieser Welt. Der Chor ermutigt uns: „Ihr als Volk habt ihr die Macht, die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht, Glück zu spenden“ (aus Der gro.e Diktator, Charlie Chaplin, 1940).
„Grußwort Trailer“ aus dem Programmheft des 37. Stuttgarter Filmwinters
Trailer: Startseite Filmwinter
Idee und Animation: Giovanna Thiery
Schnitt und VFX: Matthias Müller
Kamera, Developing and Darsteller*innen: Carlotta Huber, Toni Pross, Nina Reichmann,
Rosenah Binti, Linus Gerth, Elias Lehmann, Dorothee Michaelis, Anton Schwienbacher, Melisa Ukaj
Supervising: Oliver Feigl
Musik: Emilio Jotter
Projekttage 2023 Johannes-Kepler-Gymnasium Stuttgart
Unerhört:
SchülerInnen des Kepler mit Poesie auf der Stuttgarter Bühne der Rosenau
Am Ende der Pfingstferien haben sich vier SchülerInnen aus der 6b und der 7a auf eine öffentliche Bühne getraut, um Gedichte vorzutragen und das vor einem Publikum von Kennern.
Polyxenia Wörtz und Britney Liz Gan aus der 6b hatten die Gedichte zuvor in einer Lesung ihres Autors Walle Sayer kennengelernt, Samuel Leul-Seged und Dariush Safar-Mohammad aus der 7a in einem Workshop mit dem Stuttgarter Stadtpoeten Timo Brunke. Mit ihm übten alle den Vortrag auch schon einmal in der Stuttgarter Kulturkneipe Rosenau auf der Bühne.
Als die vier schließlich vor vollem Saal im Schweinwerferlicht standen, trat das ein, was einen guten Gedichtvortrag ausmacht: Durch die Worte entstanden Bilder, ein Kino im Kopf der Zuhörer, Bilder vom Stehen auf einem Berg, der eigentlich nur ein Blatt Papier ist, von einem kleinen Käfer, welcher in den „Gipfelpunkt der Tiefe“ einer Tuba hineinklettert, Bilder und Töne vom rauschenden Regen und lustige Vorstellungen eines Doktors, welcher einem Riesen einen verrückten Ratschlag gibt.
Nicht nur das Publikum dieser ersten Veranstaltung der neu ins Leben gerufenen „Poesierepublik“, auch einige der nachfolgenden Profis in Sachen Rezitation – so die Lyrikerin wie Almut Sandig oder der Schauspieler Walter Sittler - zeigten sich beeindruckt davon, dass unsere SchülerInnen die Texte auswendig konnten – das Learning by heart oder apprendre par cœur schuf die Brücke vom Wort ins Ohr ins Herz.
Foto von Paul Kischkat
„Ligeti Lab“: JKG-Orchesterprojekt mit dem Stuttgarter Kammerorchester
In den zurückliegenden Wochen hatten die MusikerInnen des JKG-Schulorchesters die tolle Gelegenheit, in Kooperation mit dem Stuttgarter Kammerorchester ein spannendes Projekt zu erleben. Höhepunkt unserer mehrwöchigen Beschäftigung mit György Ligeti, einem der bekanntesten Komponisten des 20. Jahrhunderts, war die Teilnahme am „Sternstunden“-Konzert, das anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten am 26. April 2023 im Hospitalhof in Stuttgart-Mitte stattfand. Dieses Konzert war mit verschiedenen Stücken Ligetis und einiger seiner Zeitgenossen als außergewöhnliches „Raum-Klang-Erlebnis“ konzipiert – eine Konzertaufführung, wie wir sie so zuvor noch nie gehört und gesehen hatten. Die Interpreten waren das Stuttgarter Kammerorchester (SKO) und der brillante Pianist und Cembalist Anthony Romaniuk.
Wir durften in der Konzert-Einführung – gemeinsam mit den Profis des Kammerorchesters am Notenpult (!), Mitgliedern des Jazzchors Stuttgart und SchülerInnen des Zeppelin-Gymnasiums unter der Leitung von Frau Trüdinger und Frau Holzenbecher (ZG) – drei Lieder von Ligeti aufführen sowie das Konzertprogramm des Abends anmoderieren: Ein besonderes Musikstück war dabei das „Poème symphonique“ für 100 (!) Metronome.
Unser herzlichster Dank gilt den MusikerInnen des Kammerorchesters, Ofer Canetti und insbesondere Ulrike Stortz, die uns in einigen Orchesterproben besucht, uns an Ligetis Musik herangeführt und mit klanglichen und metrischen Improvisationsexperimenten unseren Begriff davon, was Musik sein kann, erweitert und bereichert hat!
Februar 2023: Die Vorbereitungen des LuT-Kurses der J2 gehen in die heiße Phase. Am Mittwoch, 15.2.23 um 17 Uhr und um 19 Uhr finden die Aufführungen des diesjährigen Inszenierungsprojektes statt. Gespielt wird die "Komödie im Dunkeln" von Peter Shaffer. Um eine Platzreservierung unter oeffentlichkeit_at_jkg-stuttgart.de wird gebeten.
Dezember 2022: Lotta Stauß und Daria Pill absolvieren die Ausbildung als KulturstarterInnen (SchülermentorInnen im Bereich Kulturelle Jugendbildung)
Im ersten Kompaktseminar erwarteten sie Theaterworkshops im JES (Junges Ensemble Stuttgart), eine Auswahl an Workshops in den Bereichen Fotografie, Schmuckdesign, Keramik, Holzschnitt, kreatives Schreiben und Portrait sowie die Vermittlung von Basiskenntnissen im Bereich Projektdesign und Kulturvermittlung. Danach planten sie mit Hilfe der PädagogInnen ihr persönliches Kulturprojekt, das sie in diesem Schuljahr an ihrer eigenen Schule, dem JKG, durchführen. Sie leiten die Theater-AG der Unterstufe und damit ein eigenes Theaterprojekt!