Johannes-Kepler-Gymnasium | Stuttgart-Bad Cannstatt

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Nachruf auf Fritz Stockinger

Am 19. Februar 2026 verstarb im Alter von 82 Jahren der langjährige Kollege Fritz Stockinger und wurde, wie seine Familie schreibt, von seinen Leiden des Alters erlöst.

Fritz Stockinger begann seine Laufbahn am Johannes-Kepler-Gymnasium mit dem zweiten Abschnitt des Referendariats im Jahr 1968 und blieb der Schule bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2007 treu. So war er über fast vier Jahrzehnte ein überaus verlässlicher und beliebter Lehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde am JKG. Neben seinen Fächern war er dabei in zahlreichen anderen Bereichen aktiv: ob als Verbindungslehrer, als Personalrat, zeitweise sogar als dessen Vorsitzender, bei der Organisation des Keplerabends oder auch als Organisator zahlreicher Schullandheime und Studienfahrten. Stets wurde dabei seine kommunikative und unterhaltsame Art geschätzt. Es ist also nicht verwunderlich, dass uns auf die Nachricht von seinem Tode hin eine ganze Reihe an Zuschriften erreichten, in denen sich ehemalige Schüler:innen und Kolleg:innen an ihn erinnert haben: 
Er war nach diesen Rückmeldungen „mein erster Klassenlehrer“, „ein hervorragender Kenner der Landesgeschichte“, „ein sehr engagierter und begeisterter Historiker, dem ich mein Interesse für Geschichte verdanke“, der immer wieder „gegen die drohende Geschichtsvergessenheit angekämpft“ hat. Sein besonderer Humor und sein immenses Wissen haben den Schüler:innen immer wieder imponiert. So hat er nicht wenige mit seiner Leidenschaft für seine Fächer angesteckt, von denen sich dann auch in der Folge einige ebenfalls für den Lehrberuf entschieden.
Vielen Kolleg:innen sind die angeregten und engagierten Diskussionen im Lehrerzimmer in lebendiger Erinnerung, bei denen er – natürlich stets mit seiner obligatorischen Pfeife – durch seine ungeheuer detailreichen Kenntnisse beeindruckte. Hierfür steht sinnbildlich auch das Zitat einer Kollegin: „Ich dachte immer, er kennt alle Reichstagsabgeordneten der Weimarer Zeit mit Namen!“ Jedes Mal, wenn ein neuer Band aus Heinrichs August Winklers Reihe der Geschichte der Deutschen erschien, war er für Wochen gefesselt – „dann leidet die Vorbereitung halt ein bissle“, sagte er dann mit seinem typischen, verschmitzten Lächeln im Lehrerzimmer.
Auf die Frage, warum er nie die Schule gewechselt habe, antwortete er einmal: 
„Meine ungewöhnliche „Sesshaftigkeit" kann wahrscheinlich mit schwäbischer Beständigkeit, vielleicht auch mit mangelnder Flexibilität erklärt werden. Rein rational spielte die Erkenntnis eine Rolle, dass anderswo auch nur mit Wasser gekocht wurde.“ Diese Fähigkeit, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und die Dinge mit einer Prise Humor zu betrachten, zeichnete ihn in besonderer Weise aus.  
Die Schulgemeinschaft wird Fritz Stockinger in dankbarer Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Christian Klemmer