Exkursion Grafeneck

„Die Schatten der Angst senkten sich immer tiefer herab, in einer Zeit, in der Menschen katalogisiert wurden; in der Menschen, die anders waren, als unnütze Esser und Schädlinge für die Volksgemeinschaft angesehen wurden“ Elisbeth Zöller: Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens; S.29

Am Donnerstag, dem 22. Juni 2017, unternahmen wir, die drei zweistündigen Geschichtskurse der Jahrgangsstufe 1, eine Exkursion zur Euthanasiegedenkstätte Grafeneck bei Gomadingen auf der Schwäbischen Alb. Dort hörten wir zunächst den informativen, eindrucksvollen, aber auch bedrückenden Vortrag Herrn Hildweins, eines jungen Historikers, zur Geschichte Grafenecks. Danach besuchten wir gemeinsam den Friedhof und die Gedenkstätte der Einrichtung. Das Landschloss Grafeneck wurde ursprünglich als Jagd- und Lustschloss gebaut. Die ruhige, abgelegene Lage lädt eigentlich zum Urlaub machen und entspannen ein. 1928 kaufte die Samariterstiftung das Schloss und errichtete ein Heim für behinderte Menschen. Im Oktober 1939 wurde Grafeneck im Rahmen der Aktion T4 von den Nationalsozialisten „für Zwecke des Reiches“ beschlagnahmt. Die Aktion T4 (benannt nach der Adresse des Hauptquartiers Tiergartenstraße 4 in Berlin) steht für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen in den Jahren 1940 bis 1945. Grafeneck wurde zur ersten von sechs Tötungsanstalten der Aktion und diente als Vorbild für die übrigen. Die Räume des Landschlosses wurden umgebaut zu Büroräumen und Zimmern für Ärzte, Pfleger und andere Bedienstete. Eine Holzbaracke, etwa 300 Meter vom Haupthaus entfernt, wurde umfunktioniert zu einem „Duschraum“ - einem gasdichten Tötungsraum. Zusätzlich installierte man drei Krematoriumsöfen. Zwischen Januar und Dezember 1940 wurden dort insgesamt offiziell 10 654 behinderte Frauen, Männer und Kinder ermordet, wobei heute von deutlich mehr Opfern ausgegangen wird.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Massenmorde unter der beschönigenden Bezeichnung „Euthanasie“ vollzogen. Übersetzt heißt „Euthanasie“ guter Tod (gr.: ευ – gut, θανατοσ – Tod ) und bezeichnet Sterbehilfe, die man unheilbar Kranken leistet, um ihnen einen qualvollen Tod zu ersparen. Hitlers Propaganda stellte Menschen mit jeder möglichen Behinderung, die sie am Arbeiten hinderte, als enorme Belastung dar, die das Volk jährlich tausende an Reichsmark koste. Unter ihnen waren auch Kriegsversehrte aus dem Ersten Weltkrieg. Die scheinbar logische Folge: die Vernichtung „lebensunwerten Lebens“. Da sich in der Bevölkerung jedoch Widerstand regte, sollten die Tötungen geheim gehalten werden. Die abgeschieden im Wald liegenden Gebäude Grafenecks konnten leicht abgeschirmt werden, da es zu dem Gelände nur zwei Auffahrten gab. Der Ort war somit "optimal" für die Aktion. Die Opfer Grafenecks kamen aus 48 Einrichtungen für körperlich und psychisch behinderte Menschen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Mit speziellen Meldebögen wurden „geeignete“ Patienten aus den Pflegeheimen ausgesucht, die zum einen nicht mehr arbeiten konnten und zum anderen nicht zu häufig Besuch von Angehörigen bekamen. Die Opfer wurden in unscheinbaren Postbussen aus ihren Anstalten abgeholt, nach Grafeneck gebracht und noch am selben Tag ermordet. Die Angehörigen erhielten daraufhin einen Totenschein mit erfundenen Todesursachen wie z. B Lungenentzündung oder andere hochansteckende Krankheiten, um die Verbrennung des Leichnams zu begründen. In den umliegenden Dörfern wurden immer mehr Menschen aufmerksam auf den Gestank und den schwarzen Rauch, der von Grafeneck ins Tal wehte, und auch die grauen Busse blieben nicht unbemerkt. Als die Nationalsozialisten im Dezember 1940 ihr selbst gestecktes Ziel der Vernichtung schon weit überschritten hatten und die Bevölkerung begann, sich mehr und mehr gegen die Aktion zu wehren, wurde die Einrichtung geschlossen. Die gesamte Aktion T4 wurde offiziell im Herbst 1941 eingestellt.

Nach Kriegsende wurde Grafeneck an die Samariterstiftung zurückgegeben. Der ehemalige Holzschuppen wurde zurückgebaut und alle Spuren des Verbrechens beseitigt. Heute ist Grafeneck sowohl eine Gedenkstätte für Euthanasieverbrechen als auch wieder eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Für uns als Geschichtskurs war es wichtig, diesen Teil der deutschen Geschichte kennenzulernen, der neben den Verbrechen des Holocaust viel zu oft in Vergessenheit gerät.

Leonie Hildebrand und Johanna Müller, J1

 

Das Mercedes-Benz Werk in Mettingen - eine Exkursion der Jahrgangsstufe 1

Am Montag, den 20.03.2017 führten die Erkundelehrerinnen Neuwirth-Schmidt und Oppitz mit den beiden 2-stündigen Erdkundekursen aus der Jahrgangsstufe 1 eine Exkursion durch. Dabei sollte das Themengebiet wirtschaftliche und nachhaltige Produktion im Fokus stehen. Nach Ankunft am Werk wurde uns die Unternehmensstruktur vorgestellt, welche zum Beispiel auf Nachhaltigkeit und die Weiterentwicklung im Bereich der Elektroautos abzielt. Anschließend ging es zu einer Führung in die Werkshallen. Dabei konnten wir Einblick in die Gießerei und Schweißerei gelangen und wurden von den jeweiligen Mitarbeitern in diese Themenfelder kurz eingewiesen. Besonders interessierten wir uns für die innovative Produktionsweise durch Roboter. Nach diesem sehenswerten Rundgang ergaben sich noch einige Fragen, welche sich hauptsächliche um Innovationen im Laufe der nächsten Jahre drehten. Es war sicherlich eine gelungene Exkursion, die perfekt den Unterricht ergänzt hat. (Friederike Zaiß)

 

Chinesische Schulleitungsdelegation aus Qingdao besucht das JKG

Vom 20.-22.6.17 war eine sechsköpfige Delegation der Qingdao No. 19 Middle School zu Gast zu einem sogenannten Anbahnungsbesuch am Johannes-Kepler-Gymnasium.
Dabei handelte es sich um die stellvertretende Schulleiterin Frau Li, Jie und die Kolleginnen Han, Bingxiu; Li, Xiaolan; Yuan, Yuqin; Feng Xiuzhen sowie den Kollegen Li, Hongyun.
Solche Besuche dienen dem Kennenlernen der beteiligten Schulleitungen und Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerinnen und Schüler, der Stadt Stuttgart und natürlich Bad Cannstatts. Das Bild zeigt die chinesische Schulleitungsdelegation beim Empfang im Rathaus durch Herrn Bezirksvorsteher Löffler zusammen mit der Dolmetscherin Frau Xinyan Rechner sowie dem Schulleiter Herrn Klemmer.
Außerdem wird dabei über Inhalte und Ziele des Austauschs und den Aufbau einer möglichst langfristigen Schulpartnerschaft gesprochen. Darüber hinaus haben die chinesischen Lehrkräfte auch bei deutschen KollegInnen im Unterricht hospitiert. Hierrüber fand ein lebendiger Austausch statt, wie überhaupt die Gespräche sehr konstruktiv und angenehm waren, sowie von einer großen Neugier und einem lebhaften Interesse geprägt. Es konnte eine Vereinbarung unterschrieben werden, in der beide Seiten ihre Absicht zu einer möglichst langfristigen
Zusammenarbeit bekräftigen.
Die Schülergruppe bestehend aus 19 Schülerinnen und Schülern sowie vier Lehrerinnen werden vom 14.-21.7.17 zum ersten Schüleraustausch in Cannstatt sein, der Gegenbesuch ist für Sommer 2018 geplant. Das JKG freut sich schon sehr darauf!

National Junior League Debating Finals 16/17

Als wir am 19. Mai 2017 nach Würzburg zu unserer ersten Teilnahme an den Finalrunden der Junior League im Debating losfuhren, hatte keiner von uns so richtig eine Ahnung, was uns erwarten würde. Vom Würzburger Bahnhof aus liefen wir vorerst quer durch Würzburg und haben so noch etwas von der Stadt gesehen. In der Jugendherberge angekommen, bezogen wir schnell unsere Zimmer, denn kurz darauf ging es auch schon mit der ersten Debatte los. Bei dem Thema, ob Weltraumprogramme weiterhin von Regierungen finanziert werden sollten, kam es zu einer hitzigen Debatte. Trotz schlechter akustischer Gegebenheiten überzeugten wir die Judges und gewannen so die erste Debatte gegen das Team aus Hamburg.

Am nächsten Morgen ging es kurz nach dem Frühstück auch schon los mit der Vorbereitungszeit für die erste Impromptu Debatte mit dem Thema: Sollte Tourismus in der Antarktis verboten werden? Diese Debatte verloren wir leider knapp, weil das gegnerische Team die etwas stärkeren Argumente hatte. Die letzte Debatte in der Vorrunde fand gegen einen Großteil unserer Zimmernachbarn statt und hatte das Thema, ob Straßen oder Schienen bevorzugt werden sollten. Das Ergebnis bekamen wir nicht gleich gesagt, sondern erst, als auch das Thema für das Halbfinale verkündet wurde. Mit einem eindeutigen Sieg zogen wir in das Halbfinale mit dem Thema: Innenstädte sollten autofreie Zonen sein, ein. Bei diesem Thema waren wir die Opposition, also Gegner der autofreien Innenstädte, was für uns als Stuttgarter bei den hiesigen Feinstaubwerten besonders schwer zu vertreten war. Unser Gegner vom Königin-Olga-Stift, die späteren Gewinner des Wettbewerbs, schafften es uns zu besiegen, was für uns das Ende des Wettbewerbs bedeutete.

Doch so hatten wir wenigstens einen freien Abend ohne Gedanken an die Debatte am nächsten Tag. Wir hatten uns mit unseren Zimmernachbarn angefreundet und da diese ebenfalls einen freien Abend hatten, beschlossen wir, zusammen in die Stadt zu gehen. Dieser Stadtbesuch war sehr schön, unter anderem weil er mit einem Eis für jeden endete.

Am nächsten Tag besuchten wir noch vor der letzten, finalen Debatte das Schloss von Würzburg. Von dort oben hat man bei schönem Wetter einen wunderbaren Ausblick. Nach diesem Besuch gingen wir zurück und sahen uns die finale Debatte an.

Bei der Vergabe der Zertifikate wurden wir sehr überrascht, denn die Hälfte unseres Teams hatte es auf die Liste der zehn besten Sprecher des gesamten Wochenendes geschafft. Ganz besonders stolz sind wir auf Claudia Olteanu, die als beste Sprecherin des gesamten Finalwochenendes ausgezeichnet wurde. Insgesamt belegte unser Team den vierten Platz, was bei einer so hohen Anzahl an teilnehmenden Teams (26), eine beachtliche Leistung ist. Als wir am Sonntag, den 21. Mai, zurückkamen, waren wir alle sehr erschöpft, müde aber glücklich, denn es war ein sehr schönes aber auch anstrengendes Wochenende.

Alles in allem war es für uns alle eine großartige Erfahrung bei den National Junior League Finals 2016/2017 dabei gewesen zu sein und sind schon auf die diesjährigen Germans gespannt, die im Juni stattfinden werden und bei denen das Team, bestehend aus Marco Heim, Angélé Littman, Xenia Oesterlin und Claudia Olteanu, ebenfalls teilnimmt. Wir alle danken Fr. Oppitz für dieses Wochenende, zu dem sie uns begleitet hat.

(Xenia Oesterlin, 9b)

Pink Shirt Day

Am 26.05.17 fand bei uns in der Schule der Pink Shirt Day statt. Der Pink Shirt Day steht dafür, dass jeder, egal ob Junge oder Mädchen, rosa tragen darf. Jeder der ein rosa T-Shirt trägt, zeigt dass er gegen Mobbing ist und somit nur die inneren Werte zählen.

Wir als Schule haben uns auch noch etwas Besonderes einfallen lassen: Jeder Schüler der Stufe 5 und 6 hat sich für einen seiner Mitschüler ein Kompliment überlegt. Am Pink Shirt Day wurde jedem eine Karte mit dem Kompliment überreicht. Diese Aktion ist dafür da, um zu spüren, wie es sich anfühlt Komplimente zu bekommen, anstatt gemobbt zu werden.

Die SMV dankt allen aktiven Schülern für ihre Toleranz und die dadurch gute Repräsentation unserer Schule.

Wir freuen uns auf nächstes Jahr.

JKG Junior League Debating Team qualifiziert sich für Finalrunde

Das Junior League Team der Debating-AG (Klasse 7 – 9) konnte am 05.04.2017 in Vaihingen/Enz auch die letzten beiden Vorrunden-Debatten für sich entscheiden. Damit wurden alle 6 Wettkämpfe der Vorrunde gewonnen, wodurch sich das Nachwuchs-Team des JKG für die Finalrunde qualifiziert hat. Diese findet unter Teilnahme von Schulen aus ganz Deutschland vom 19.-21. Mai 2017 in Würzburg statt!

Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!

Schöner Erfolg beim Bürgerhaushalt der Stadt Stuttgart

Mit großer Freude haben wir den Erfolg unseres Campus-Cannstatt-Projektes bei der Abstimmung zum Stuttgarter Bürgerhaushalt zur Kenntnis genommen! Platz 4 mit 3420 Stimmen für den Erhalt des Stadtbades Bad Cannstatt sowie Platz 7 mit 2397 Stimmen für den Ausbau unseres Schulcampus sind ein tolles Ergebnis, über das wir uns sehr freuen! Die Resultate bedeuten, dass sich nun auf jeden Fall der Gemeinderat der Stadt Stuttgart mit den Vorschlägen beschäftigen wird und wir sind schon sehr gespannt auf die nächsten Schritte in diesem Prozess.

Ein großer Dank geht ganz besonders an unseren Elternbeiratsvorsitzenden Herrn Oesterlin, der mit unermüdlichem Einsatz für den Bürgerhaushalt insgesamt aber auch im besonderen für unsere Projekte geworben hat. Neben dem Entwurf und Druck des Werbeflyers hat er auf vielen Veranstaltungen die Werbetrommel gerührt, Unterschriftenlisten verteilt und bei der Stadt eingereicht und so maßgeblich zum Gelingen des Vorhabens beigetragen.

Außerdem bedankt sich die Schulgemeinschaft des Johannes-Kepler-Gymnasiums natürlich bei allen anderen MultiplikatorInnen und UnterstützerInnen, ohne die solches Ergebnis nicht möglich gewesen wäre!

Basketball-Turnier am JKG

Wenige Tage vor dem astronomischen Frühlingsbeginn füllte sich die von gleißendem Sonnenlicht durchströmte Keplerhalle mit einigen sportbegeisterten Schülern der Klassen 5-7. Am Freitag, 17.3.17, konkurrierten die anwesenden Schüler um den Sieg beim diesjährigen Basketballturnier der SMV. Im Spielmodus 3 gegen 3 auf einen Korb galt es, mit intuitiven oder zuvor abgesprochenen Angriffstaktiken zu dritt, mit präzisen Doppelpässen zu zweit oder mit geübten Einzelgängen alleine zum Korb die gegnerische Mann-Mann-Verteidigung gekonnt auszuspielen. Gespielt wurde dabei ohne Punktelimit 10 Minuten pro Spiel, wobei ein erfolgreicher Wurf einen Punkt beziehungsweise ein Korberfolg hinter der 3-Punkte-Linie zwei Punkte gab. 4 Teams buhlten um den Sieg: „Chaos“ (7a), „Icecold Killers“ (6b), „No Names“ (5a) und „Two and a Half Men“(klassenübergreifend). In der Vorrunde spielte zunächst jeder gegen jeden, sodass nach 6 Spielen eine Rangliste der Teams nach gewonnenen Spielen und Korbdifferenz erstellt wurde.