Der Schein trügt - Ein szenisches Mosaik

Ein grauer Abend im November 2019. Das Schulhaus steht leer, einzelne Lichter brennen, nur aus dem Oberen des Gebäudes dringen angenehme Klänge und Stimmen ins Treppenhaus, die näher kommen, je weiter man die Stufen zum Musiksaal erklimmt. Oben angekommen trifft man auf eine große Überraschung: Der Saal ist prall gefüllt mit Schüler*innen, die meisten gehören der Oberstufe an. Der Saal ist dunkel, die Bühne erleuchtet. Hier sitzen zwei Schülerinnen, Sevil Öztürk und Bayad Rasul, die einem mit ihrem sanften Gesang sofort in den Bann ziehen. Dieser Gesang begleitet uns Zuschauer durch die nächsten 40 Minuten. Die Lieder sind selbst geschrieben, einige haben Ohrwurmqualität und kommentieren und spiegeln das Geschehen auf der Bühne. 

Wir werden direkt hinein gezogen in die erste von sechs Begegnungen, die – wie alle folgenden Szenen- eine ganz eigene Antwort auf die Frage liefert: Wo trügt der Schein für dich?

Tagtäglich lernen wir unsere Mitmenschen näher kennen, dabei treffen wir oft auf Erkenntnisse, mit denen wir nie gerechnet hätten. Noch bevor wir etwas mit Sicherheit wissen, malen wir uns ein Bild aus und nehmen anhand von persönlicher Erfahrung, aber auch äußeren Einflüssen Dinge an. Stellen sich diese schlussendlich als falsch heraus, müssen wir oft auf Sätze zurückgreifen wie: „So etwas hätte ich nicht von dir erwartet“ oder „Ich dachte, du wärst anders.“ In dieses Muster verfällt man schneller und öfter als man denkt, weshalb wir uns immer wieder vor Augen führen sollten, dass vieles nicht so ist, wie es scheint.“, lesen wir im Programmheft, das wir auf unseren Stühlen finden. Genau dies wollten die Schüler*innen des Literatur- und Theater-Kurses mithilfe eines szenischen Mosaiks erreichen. mehr ...