Zum Tode des früheren Schulleiters Herrn Herbert Sperka

Anfang November erhielten wir die traurige Nachricht, dass der ehemalige Schulleiter des Johannes-Kepler-Gymnasiums, Herr OStD Herbert Sperka, am 23. Oktober verstorben ist.
Herr Sperka hat in Tübingen studiert und 1956 sein Studium der neueren Sprachen abgeschlossen. Unmittelbar darauf unterrichtete er am Mörike-Gymnasium in Ludwigsburg. Dank engagierter und erfolgreicher Unterrichtstätigkeit wurde er 1962 zum Studienrat und am 30.August 1968 zum Leiter des Kepler-Gymnasiums bestellt. Als junger Schulleiter traf er auf ein sehr selbstbewusstes Kollegium mit langjährig erfahrenen Oberstudienräten und Gymnasialprofessoren, wobei auch die zahlreichen Fachleiter der Studienseminare (Esslingen und Stuttgart) eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung spielten.

In den Anfangsjahren galt es stürmische Zeiten, die sich auch auf die Schule auswirkten, zu bestehen. Erziehungsstil und pädagogische Vorstellungen änderten sich in diesen Jahren.
Herr Sperka schätzte den fachlich korrekten und souverän gehaltenen Unterricht. Klare Prinzipien prägten sein Handeln. Er legte großen Wert auf Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, was vielleicht nicht jedem gefiel. Trotzdem stellte er sich stets vor seine Kolleginnen und Kollegen, wenn es Probleme zwischen ihnen und Eltern oder Schülern gab und versuchte, akzeptable oder gute Lösungen zu erreichen.
Die Abteilung Physik verdankt ihm eine große Unterstützung beim Neuaufbau der Physiksammlung in den 70er Jahren. Die zur Verfügung stehenden regulären Mittel waren ja eher niedrig, über Sondermittel konnte aber viel erreicht werden.
Herr Sperka lenkte die Geschicke dieser Schule 24 Jahre bis zum Jahre 1992.  Er selbst wollte nie im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stehen, er blieb bescheiden und zurückhaltend. Selbst seine Verabschiedung wollte er eher im kleineren Kreis stattfinden lassen. Der damalige Präsident des Oberschulamts, Herr Frölich, beschreib ihn als einen Mann "der leisen Töne", dem es in all den Jahren gelang, angesichts der vielfältigen Neuerungen und Veränderungen mit Sachlichkeit und Besonnenheit eine erfolgreiche Arbeit im Sinne bewährter Traditionen zu leisten, ohne sich den Erfordernissen der Zeit zu verschließen.
1987 kam ich an das Kepler als stellvertretender Schulleiter. Er hat mich behut­sam in das Amt des Stellvertreters hineinwachsen lassen, langsam aber bestimmt mit der Organisation und Leitung dieser Schule vertraut ge­macht, die Türen zwischen uns waren immer geöffnet. Es entwickelte sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, in der auch unterschiedliche Auffassungen gut und sachlich diskutiert werden konnten. Ich lernte seine Art schätzen und war und bin für seine Unterstützung und Verlässlichkeit sehr dankbar.
Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb er dem Kepler verbunden und zeigte an der weiteren Entwicklung des Kepler-Gymnasiums großes Interesse. Die Aufführungen des Sinfonieorchesters, das in seinen letzten Amtsjahren gegründet wurde, besuchte er besonders gerne.

Wir werden uns immer wieder an seinen vielfältigen Einsatz für das Kepler dankbar erinnern.

Rupert Kern (Schulleiter des JKG von 1992-2014)

Fotograf: Heinrich Just