Am Sonntag den 06.05.2018 um 7:51 Uhr begann unsere lange Reise nach Qingdao. Zuerst ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schüleraustausches mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen. Nach dem Check-In und den vielen Sicherheitskontrollen stieg so langsam die Aufregung und auch die Nervosität. Nach dem Boarding und einer kurzen Wartezeit konnten wir endlich das Flugzeug betreten. Nun erwarteten uns 11 lange Stunden Flug. Diese wurden damit verbracht zu schlafen, Musik zu hören, Filme zu schauen oder auch einfach nur Spaß mit den anderen zu haben. Beispielsweise quetschte man sich mitten in der Nacht zu fünft in eine Dreierreihe um zusammen UNO zu spielen. Die ein oder andere Lachattacke konnte leider nicht vermieden werden und so wurden wir einige Male von einem sehr verständnisvollen und netten Steward darauf aufmerksam gemacht, etwas leiser zu sein.

Turbulenzen dürfen bei einem Flug natürlich auf gar keinen Fall fehlen und so ließen sie auch bei uns nicht lange auf sich warten. Während es einige aufregend und witzig fanden, gab es auch Kandidaten, denen dieses Erlebnis mehr als unangenehm war und die lieber darauf verzichtet hätten.

Trotz eines holprigen Fluges, kamen wir am darauf folgenden Morgen sicher in Hongkong an. Vor Ort hatten wir einige Stunden Aufenthalt, in denen wir den Flughafen unsicher machten oder uns entspannten, bevor es hieß: ab in den Flieger und weiter nach Qingdao.

Melina Haar und Marie Trostel

 

 

Es erfreute uns alle, als wir bei unserem Zwischenstopp, Hongkong, nach einem ca. 11-stündigen Flug angekommen waren, denn wir waren von unserem eigentlichen Ziel Qingdao nicht mehr so weit entfernt.
Am Flughafen in Hong Kong hatten wir genug Zeit uns umzusehen und schon mal ein Gefühl für China zu bekommen. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden ging die Reise mit dem nächsten Flugzeug weiter Richtung Qingdao.
Durch die Zeitumstellung waren wir alle richtig müde und schliefen während des ca. 3-stündigen Fluges. Frau Ventz hingegen betätigte leidenschaftlich ihren Nintendo Switch; warum denn auch nicht?
Nach einer glatten Landung waren wir also am Flughafen von Qingdao angekommen. Im Anschluss folgte die Sicherheitskontrolle und weitere Bürokratie. Danach war es uns endlich möglich unser Gepäck abzuholen, wobei es glücklicherweise keine Probleme gab.
Wir wurden von der Außenministerin der Schule, Frau Li, und Herrn Kao herzlich empfangen und mit einem Bus zur Schule gefahren. An der Endhaltestelle, der Qingdao No. 19 Middle School, warteten unserer Austauschschüler schon gespannt auf uns. Nach dem lang ersehnten Wiedersehen und der ersten Begegnung mit neu hinzugekommenen Schülern, ging es auch schon in die Wohnhäuser der Schule und die Aufteilung in die Zimmer erfolgte. Zu unserer Begeisterung waren wir Mädchen im sechsten Stock untergebracht, selbstverständlich ohne Aufzug! Man hatte dafür aber eine sehr gute Aussicht.
Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, ging es auch schon rüber in die Schulmensa. Dort war für uns ein großes Büffet aufgebaut worden. Selbst unsere Austauschschüler waren erstaunt davon!
Beim Probieren der unbekannten Speisen tauschten wir uns mit unseren Partnern aus und hatten viel Spaß. Wir waren alle noch sehr erschöpft und sind deswegen früh schlafen gegangen und der lange Tag war vorüber.
Aala Abdolazis, Michelle Steidle

Der sonnige und erholte Morgen begann mit unserem ersten Frühstück ganz nach chinesischer Art. In der dreistöckigen Mensa gab es eine, schon am Morgen, große und für uns meist unbekannte Auswahl an Gerichten. Wie zu erwarten gab es sehr viel Reis, dennoch reichte diese Auswahl von Hähnchenfleisch in Teig bis hinüber zu scharfen Gemüsenudeln. Dort erkannten wir schon schnell, dass wir an unseren Essstäbchen-Fertigkeiten noch etwas feilen müssen. Nach dem Frühstück begann unser Tag, mit reisgefülltem Bauch, mit einer Tour de Highschool No. 19.. Bereits bei unserer Ankunft sahen wir wie immens groß diese Schule im Vergleich zu unserer ist, dies wurde aber nachdem wir das ganze Schulgelände besichtigt haben noch um einiges deutlicher. Doch nicht nur die Größe erstaunte uns, sondern auch die verschiedenen Aktivitätsmöglichkeiten, welche geboten werden. Unter anderem beinhalteten die verschiedenen Gebäude eine Sporthalle mit Tribüne, ein Fitness Raum mit Laufbändern und Boxsäcken, ein Fechtraum und zu unserer Verwunderung ein eigenes Planetarium. Dennoch waren wir überrascht, da die Schüler die meisten Dinge, wie zum Beispiel das Planetarium nicht nutzen dürfen. Nach der Führung durch die Schule versammelten wir uns und erhielten von den chinesischen Schülern eine Begrüßungszeremonie. Den Auftakt begann der Schulleiter mit einer Willkommensrede, gefolgt von einer spontanen Dankesrede von Herr Klemmer. Anschließend erhielten wir schonmal einen Vorgeschmack der chinesischen Kultur, indem wir einen traditionellen Tanz mit Fächern vorgeführt bekamen. Zuletzt wurden uns von den chinesischen Schülern Die Künste der Kalligraphie, mit musikalischer Unterstützung, aufgeführt. Nach dieser warmen Begrüßung durften wir endlich selber mal ans Werk, uns wurde nämlich Die Holzschnitz-Kunst beigebracht. Man nehme ein beliebig gewähltes Muster oder Bild und schnitzt dieses in eine Holzplatte, danach trägt man mit einer Farbrolle schwarze Tinte auf diese Platten, jetzt muss man diese mit Tinte bestückten Platten auf ein Stück Papier drücken und schon hat man ein sensationelles Bild. Um unsere Lust nach Aktivitäten nicht zu bremsen gingen wir gemeinsam auf den Sportplatz im Freien und traten gegen die Elite der Chinesen bei sportlichen Spielen auf um zu sehen welche Gruppe koordinierter ist und besser zusammenarbeitet. Nach diesen Spielen war der Durst der deutschen Schüler nach Sport immer noch nicht gestillt. Wir konnten selbständig auswählen ob wir Basketball, Federball oder Tischtennis spielen wollten um unsere ganze Energie für diesen Abend zu verbrauchen und das Feuer der jugendlichen Energie zu erlöschen. Wir ließen den ersten vollen Tag in China dann durch eine wohltuende Dusche ausklingen.
Moris und Léon

Unser Tag, der 11. Mai, startete mit einem leckeren Frühstück in unserem Hotel. Danach machten wir uns auf den Weg zu Mencius Tempel, aber nicht ohne davor noch Souvenirs gekauft zu haben.
Mengzi war ein chinesischer Philosoph und der wichtigste Interpret des Konfuzianismus. Seine Mutter wurde die Mutter Chinas genannt, weil sie große Opfer ihrem Sohn zuliebe gebracht hatte. Sie wollte ihm die bestmögliche Bildung ermöglichen, weswegen sie zwei Mal umzogen. Zuerst lebten sie neben einem Friedhof, dann zogen sie in die Nähe eines Marktplatzes. Dieser Wohnort schien ebenfalls unpassend für ihren Sohn wegen dem Marktgeschrei. Weshalb sie letztendlich neben eine Schule zogen. Als ihr Sohn einmal nach Hause kam und nicht mehr weiter studieren wollte, hat sie ihn zurückgeschickt. Mengzi reiste von Reich zu Reich und versuchte seine Lehren und Ideen, ähnlich wie sein Vorbild Konfuzius, zu verbreiten. Er reiste 40 Jahre und bot seinen Rat den Herrschern an. Wir haben eine Führung durch seinen berühmten Tempel bekommen. Er überdeckt eine Fläche von 24.000 Quadratmeter und dient als Lebensraum für mehr als 300 alte Bäume.
Anschließend sind wir in einem Restaurant essen gegangen.
Schließlich wurden wir wieder zum Bahnhof gebracht von dem aus wir mit dem Zug nach Qingdao gefahren sind. Während der Zugfahrt probierten wir die Süßigkeiten aus, die uns die Reiseführer davor freundlicherweise geschenkt haben. Danach fuhren wir mit dem Bus, in dem wir den ganzen Rückweg über laut Musik gehört und gesungen haben, zu dem Treffpunkt. Dort wurden wir von den Gastfamilien freundlich empfangen und sind zu ihnen nach Hause gefahren.
Alles in allem war dieser Tag besonders anstrengend, dafür aber sehr informativ und spannend und wir sind froh, dass wir die Möglichkeit hatten, den Tempel zu besichtigen.

Am Samstag, den 12.05, verbrachte jeder Schüler in seiner Gastfamilie und lernte das Leben in einer chinesischen Familie kennen.
Am Morgen stand jeder sehr früh auf. Für Chinesen ist das Aufstehen um 8.30 Uhr schon zu spät.  Nach dem Frühstück stand ein Programm in den einzelnen Familien an.
Einige trafen sich mit anderen Austauschpartnern, die in der Nähe wohnten, und verbrachten den Tag miteinander. Andere wiederum unternahmen Aktivitäten mit der Familie.
Man ging entweder in den Bergen wandern, einkaufen, an den Strand oder ein Museum besuchen.
Eine Sache, die nicht vergessen werden darf ist, dass reichlich Essen zu jeder Zeit verfügbar war.  Zum Frühstück gab es beispielsweise Ei, Brot mit Butter oder Haferflocken mit Milch. Mittags und abends aß man Reis, Fleisch (Schwein, Hähnchen), Gemüse, Meeresfrüchte, Fisch und Salat. Glücklicherweise lernte jeder Schüler mit Stäbchen zu essen, da es in den Familien keine Gabeln gab.  Zwischen den einzelnen Mahlzeiten gab es immer Früchte zu essen und Tee zu trinken.
Tee wird bei den Chinesen in sehr kleinen (daumenhohen) Porzellantassen getrunken. Rosentee und grüner Tee waren die typischsten Teesorten.
Jede Gastfamilie war sehr freundlich, warmherzig und nahm uns alle schnell auf.
Mit so einer Großzügigkeit hatten wir nicht gerechnet.
Tijana Živković, 10b; Lora Kadriaj, 10b; Diana Baloš, 10

Wie auch schon am Wochenendstag davor klingelt der Wecker um 7 Uhr. Sofort macht sich die Müdigkeit bemerkbar, aber der Blick schweift vom Handy sofort aus dem großen Fenster auf die noch größeren Skyscraper und lässt sich nicht lösen.

Bevor die Familienwanderung auf den Berg losgeht, gibt es Frühstück. Drei große Teller mit Reis, Quinoa und Salat. Aus Höflichkeit wird versucht etwas runter zu bekommen, aber das Abendessen von gestern Nacht liegt noch schwer im Magen.

Dann geht es mit der autonomen Bahn etwa eine halbe Stunde in die Berge. Alles ist sehr grün, mehrere Bäche fließen im Tal zu einem See zusammen. Vögel zwitschern über die Stimmen der Menschenmasse hinweg, welche sich den vorgegebenen Pfad entlang schlängelt. Links und rechts des Weges befindet sich ein Einkaufsstand nach dem Nächsten, in denen Tee, Wurzeln, Pilze, Handgemachtes, Fast Food, etc. angeboten werden.

Als es wieder nach Hause geht, fahren wir diesmal in den 18. Stock, ein Stockwerk höher, wo wir von einer 20 köpfigen Familie empfangen werden. Ob es die Wohnung der Urgroßmutter, der Großeltern oder des Onkels ist habe ich nicht ganz verstanden, auf jeden Fall haben sich alle für mein Kommen (und wahrscheinlich auch für den Muttertag) zusammen getan. Jedes einzelne Gesicht begrüßt mich herzlich und nimmt mich, wie auch schon die Kernfamilie mit Freuden auf. Obwohl niemand Englisch spricht, verstehe ich mich mit allen sehr gut. Wir gestikulieren und lassen unsere Gesichter oder meine Austauschschülerin als Dolmetscherin sprechen. Dann werde ich an einen großen Tisch mit einer noch größeren Portion Essen gezwängt. Seefrüchte, Dumplings (gefüllte Teigtaschen) mit sehr vielen Beilagen. Alles in riesigen Mengen. Die Familie fordert mich, unter Protesten meiner Austauschschülerin, zum Essen auf, versteht und toleriert, zu meiner positiven Überraschung, aber sehr schnell, dass ich an meiner veganen Ernährung festhalte. Es wird also zu Plan B gegriffen, in Form einer großen Schale mit veganen Tofu-Dumplings, die bereits extra für mich gemacht worden waren. Es schmeckt alles unfassbar gut, sodass ich nach dem Rezept frage. Mir wird sofort die Zubereitung gezeigt und ich darf meine eigenen Dumplings herstellen.

Dieser halbe Sonntag (gleich darauf ging es wieder in das Internat) war für mich der schönste Tag in China. Ich sehe noch immer all die strahlenden Gesichter vor mir und das wird mit aller Sicherheit auch für den Rest meines Lebens so bleiben.

Pia Frick