Kultur am JKG

Es ist gute Tradition am JKG, die Arbeit der Bereiche Musik, Kunst und Theater in Aufführungen vor der Schulgemeinschaft, aber auch außerhalb der Schule zu präsentieren: z.B. beim Stuttgarter Musikfest für Kinder und Jugendliche oder bei einer gemeinsamen Aufführung von Chor, Orchester und Theater im Kursaal Bad Cannstatt oder - im Bereich Kunst - als Fliesenprojekt im Kurpark seit 2007 (s. a. weitere Prokekte in Stuttgart und in Karlsruhe). Die Aufführungen werden in Probenphasen z.B. auf Schloss Kapfenburg vorbereitet.

Weitere Informationen:

Chor, Orchester und Unterricht für Streichinstrumente am JKG

SchülerKunst XVII

 

Mit Musik aus Pop- und Musical und anderen, „fantastischen“ Welten – von Mendelssohns „Sommernachtstraum“ bis Peter Pan – gestalteten Chor, Orchester und die Technik-AG ein abwechslungsreiches Programm im bis auf den letzten Platz gefüllten Großen Kursaal. Herzlichen Dank allen singenden und musizierenden Schüler*innen sowie den Mitgliedern der Technik-AG für den wunderbaren Abend! 

Das Sommerkonzert 2019 – ein Sommernachtstraum!

Wie schon in den letzten Jahren dieselbe Szenerie Ende Juli vor dem Großen Kursaal: Besucherscharen strömten in freudiger Erwartung bei hochsommerlichen Temperaturen in Richtung Eingang, gespannt auf einen musikalischen Abend, der laut Plakat „Musik aus Pop und Musical und anderen Welten: Traum, Nacht, Fantasie und Märchen“ bieten würde. Erneut wurden die Zuhörer von einem charmanten Moderatorinnen-Trio (Mina A., Mihriban S. und Salsabil G., alle Klasse 9) durch den Abend geführt und damit immer wieder kleine Brücken zwischen den einzelnen Stücken gebaut. Wie gesagt, es sollte spannend werden, allein der Blick in das Programmheft versprach einiges!

Im ersten Teil des Konzerts spannte der Chor unter der Leitung von Daniela Boettcher-Mayr einen weiten Bogen über verschiedene Zeiten und Länder hinweg. Wer kennt sie nicht, die Songs aus dem Musical „Les Miserables“, basierend auf einem Roman von Victor Hugo, in dem es um Armut, Prostitution, Polizeigewalt und natürlich die Revolution in den Straßen von Paris 1832 geht. Man konnte bei dem Medley den Kampf ums Überleben auf den Barrikaden und die berührenden Geschichten von Fantine und ihrer Tochter Cosette, die am Ende ihr Happy End mit Marius erleben darf, sowie den dramatischen Kampf auf Leben und Tod zwischen Jean Valjean und Polizeiinspektor Javert hören und spüren. Ganz anders hingegen der bekannte Folk-Pop-Song „California Dreamin“ von 1965, der dem Lebensgefühl der Hippies bis heute Ausdruck verleiht. Hannah Lott (Jgs. 1) begleitete den Chor dabei ganz zauberhaft auf der Flöte. Vom sonnigen Kalifornien ging es ins verregnete England, in die Heimat von James Bond. Alexandra Passoter (7c) beeindruckte mit ihrem Solo beim berühmten Adele-Song „Skyfall“. Aktueller denn je war auch der nächste Song, Michael Jacksons berühmter „Earth Song“ (1995), sozusagen die Vorreiter-Hymne der Fridays for Future-Bewegung. Die Klage über die Zerstörung unseres Planeten und zugleich der Appell an alle, die Erde zu retten, brachte der Chor sehr eindrucksvoll und bewegend auf die Bühne. Im nächsten Solo zeigte Lotta Stauß (8c) ihr großes Können, das sie ja bekanntlich auch schon auf diversen Musical-Bühnen bewiesen hat. In dem Song „How far I’ll go“ aus dem Computeranimationsfilm „Vaiana“ (2016) konnte man deutlich das Hin und Her der Heldin zwischen Fernweh und Heimat nachempfinden. Über „Killing me softly with his song“ von den Fugees ging es weiter zu einer Hymne der Befreiung und Selbstbehauptung: „This is me“ aus dem Film „The Greatest Showman“ (2017), in dem sich die Hauptfigur, eine Sängerin mit Vollbart, gegen Diskriminierung und Vorurteile wehren muss, und am Ende gelernt hat, ihr Anderssein als Außenseiterin stolz in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen und ihre ganze Kraft und ihr Selbstvertrauen in ihrer eigenen Identität zu behaupten. Was für ein Appell - so zu sein, wie man ist! Die sechs Sängerinnen aus Klasse 10 (Louisa B., Doris B., Ira H., Sabrina N., Friederike R. und Ida S.) füllten den ganzen Saal mit Spannung, sodass Gänsehaut garantiert war. Eine großartige und mutige Performance! Mit „Don’t stop me now“, einem der beliebtesten Queen-Stücke, das voller Energie und Gefühl steckt, ging der erste Teil des musikalischen Abends zu Ende.

Im zweiten Teil des Konzertes gab es wie in den letzten Jahren nicht nur etwas für die Ohren geboten, sondern auch für die Augen. Mit unterschiedlichen Projektionen wurden die Zuhörer mitgenommen auf einen Pfad in einem wunderschönen Wald mit einem Wasserlauf und einer Brücke sowie einer Lichtung – alles versprühte Kühle, Ruhe, Entspannung, und die Lichtspiele aus Licht und Schatten faszinierten und versetzten alle in eine Abend- und Nachtstimmung – die perfekte Einführung in die Welt der Elfen aus Shakespeares „Sommernachtstraum“. Bereits im Alter von 18 Jahren komponierte Felix Mendelssohn-Bartholdy die Ouvertüre, erst später entstand die ergänzende Bühnenmusik, die das vollständige Schauspiel begleitet: vier unglücklich Verliebte gelangen in einen Wald voller Elfenspuk, in welchem durch Liebeszauber neue Verwirrungen und fantastische Verwechslungen entstehen. Das Orchester, unter der Leitung von Anna Trüdinger, meisterte diese anspruchsvolle Musik mit Bravour und das Zusammenspiel mit dem Chor beim „Lied der Elfen“ war wunderbar. Eine ganz andere Welt zeigte sich im folgenden Stück „Danse macabre“ von Camille Saint-Saëns (1872): Nach zwölf Glockenschlägen erscheint der Teufel in Gestalt der absichtlich anders gestimmten Violine – ein gespenstisches Treiben beginnt mit Passagen der Trauer und Klage, schauerlichen Elementen, und immer wieder die Melodie des Reigens, mit der der Tod die armen Seelen zum Tänzchen lockt. Parallel dazu wurden ActionPaintings der Klasse 6a gezeigt, die die Schülerinnen und Schüler im Kunstunterricht von Frau Mehling zur Musik kreativ entworfen hatten und die Herr Feigl zu einer beeindruckenden Videoproduktion zusammengestellt hat. Weg vom Tod und dessen Treiben ging es weiter in eine musikalische Welt der Magie und der fantastischen Kreaturen. Zunächst beeindruckten die Bläser und das Schlagzeug in der Suite aus der Filmmusik der Trilogie „Fantastic Beasts and where to find them“, einer Geschichte der Harry Potter-Autorin J. K. Rowling, in der Newton Scamander, ein Zauberer und Autor, tolle Geschichten erlebt, in denen Magie, Mysterium und Wunder immer wieder durcheinanderwirbeln. Auch im zweiten Arrangement für Streicher und Schlagzeug erzeugten die Musiker großartige magisch-mysteriöse Töne. Schauplatz des nächsten Stücks mit seinen fantastischen, vielgestaltigen Klängen war die fiktive Insel „Neverland“ (Nimmerland) – die abenteuerliche Welt des Peter Pan - dem einzigen Kind, das nie erwachsen wird - mit Feen, Elfen, Piraten und Meerjungfrauen, auf der es viel zu entdecken gibt und auf der allerlei Aufregung herrscht. Auch hier wurden die wunderbaren Klänge des Orchesters bei „Flight through Neverland“ fantastisch visuell ergänzt durch wunderschöne Bilder, die - sozusagen über den Musikern schwebend – das Publikum mitnahmen auf einen Flug über ein wunderschönes Panorama mit Bergen, Lichtungen, Wiesen und einer Stadt bei Nacht. Was für ein großartiges Finale des diesjährigen Sommerkonzertes! Nach langanhaltendem Applaus dankte Herr Klemmer ganz herzlich allen, die in irgendeiner Form an der Vorbereitung und Durchführung des wieder einmal beeindruckenden Abends beteiligt waren: allen singenden und musizierenden Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften, vor allem auch Kristina Vilotseva und Friedrich Veil für die Klavierbegleitung und Probenunterstützung (ebenso Lena Samel), sowie natürlich Frau Boettcher-Mayr und Frau Trüdinger, die Chor und Orchester erneut zu Höchstleistungen gebracht haben. Ein besonderer Dank geht auch an die Technik-AG unter der Leitung von Arne Morgner, ohne die eine solch perfekte Symbiose von Klang und visuellen Impressionen nicht möglich wäre. Wieder einmal ein überaus gelungener musikalischer Sommernachtstraum!

S. Gilbert

Wie jedes Jahr am Keplerabend ist der Auftritt unserer Schulband einer der Höhepunkte im Programm: Gekonnt anmoderiert von Anton Gnann und Sarah Eldem (beide Klassenstufe 10) und bestens in Szene gesetzt sowie tontechnisch verstärkt durch die Technik-Crew (Leitung: Arne Morgner) starteten die Musiker*innen der Band beim diesjährigen Keplerabend mit dem Guns N’Roses-Song „Patience“ – und präsentierten dem Publikum stimmungsvolle Gitarrensounds (Armin Levin, Joshua Kauer, Henning Kalmbach) und ein souverän gesungenes Solo (mit sympathischer Ausstrahlung: Sängerin Kristine Kubasov). Nach dem zweiten Titel, „Girl, put your records on“, ging’s rockig zur Sache mit Madsens „Du schreibst Geschichte“: Die Rhythmus-Crew um Schlagzeuger Branislav Stojicic und Leo Bewer (E-Bass) verpasste dem Stück einen groovigen Drive, der sich sofort auf das Publikum übertrug. Großer Applaus und Dank an die Band und ihre Leiterin Isabel Spanu!

Die markanten Gitarrenriffs und das überzeugende Gesangssolo des Madsen-Songs noch in den Ohren freuen wir uns schon auf den nächsten Auftritt der Schulband beim Schulfest.

Tolles Unterstufenkonzert im Musiksaal

Gespannt wartete das Publikum im vollbesetzten Musiksaal, da ertönten bereits „von ferne“ Trommelklänge, die den Einzug des wilden Stamms des Steinzeitkönigs Gugubo begleiteten. Diese Bande präsentierte – in Gestalt der Sängerinnen des Chors Kl. 5 – gekonnt fetzige Songs aus dem Musical „Ein Fest für König Gugubo“. Nach dem Behomot-Show-Swing kamen Stamm und Steinzeitungeheuer erst im Lied Höhlennacht „zur Ruhe“ – und nahmen mit ihrer Leiterin Almut Blumhagen anschließend den wohlverdienten Applaus für ihren schwungvollen Auftritt entgegen.

Im zweiten Teil des Programms zeigten die zwei Violingruppen (Ltg.: Petra Grevesmühl und Zizi Totiauri) sowie die Cellogruppe (Ltg.: Delphine Henriet) aus den Klassen 5a und 5b jeweils in einem kurzen Auftritt ihr Können. Das Publikum war beeindruckt, wie die jungen Streicher*innen bereits nach wenigen Monaten Instrumentalunterricht im Rahmen der Kooperation mit der Stuttgarter Musikschule zusammen musizierten.
Nach einer kleinen Umbau- und Stimmpause folgte nun der Auftritt des 30köpfigen Unterstufenorchesters (Ltg.: Anna Trüdinger). Die jungen Streicher, Bläser, Gitarristen und Schlagzeuger begeisterten das Publikum mit festlichen Barockklängen aus der Feuerwerksmusik von Händel (die Bourrée wurde dabei von einigen Sechstklässlern sogar solistisch aufgeführt!) und berühmten Filmmusiktiteln wie Schostakowitschs Jazz-Walzer aus dem Soundtrack zu „Eyes wide shut“, Skyfall (James Bond) und einem mitreißendem Ausschnitt aus Pirates of the Carribbean.

Mit dem Schlusskanon aller Beteiligten inkl. Publikum I like the Flowers verabschiedeten sich die Unterstufenensembles unter großem Applaus in die Pfingstferien.
Sichtlich beeindruckt vom Engagement aller Beteiligten dankte der stellvertretende Schulleiter Herr Schwarzkopf den singenden und musizierenden Schüler*innen, den beteiligten Musiklehrerinnen und nicht zuletzt den Schülern der Veranstaltungstechnik-AG (Ltg.: Arne Morgner), die im Bereich Ton und Beleuchtung wieder tolle Arbeit geleistet hatten.

    

Theater-Workshop mit Jidu Pasqualini

„Ich heiße Zoe und bin 16 Jahre alt.“ Und???

Schnell wird klar, dass Jidu Pasqualini - Theaterpädagoge, Tänzer und Clown - sich mit einer Vorstellung dieser Art nicht zufriedengeben wird. „Wer bist du? Was willst du?“, fragt er ruhig. Was dann passiert, verblüfft alle Beteiligten: Innerhalb kürzester Zeit sind wir mittendrin in der Beschäftigung mit uns selbst, mit dem, was uns ausmacht als Menschen. Und wir stellen fest: So unterschiedlich ist das gar nicht. Fast alle wollen dazu beitragen, dass es der Familie und den Mitmenschen gut geht. Etwas Gutes hinterlassen auf dieser Welt. Glücklich sein. Die Welt sehen und erleben.
Aber was hat das mit Clownskunst zu tun? Und was hat diese überhaupt mit Theater und damit mit uns zu tun? Sehr viel, wie wir, die anwesenden Schülerinnen und Schüler der Literatur-und-Theater-Kurse von Herrn Krämer und Frau Hezel, in den folgenden fünf Stunden lernen werden.
„Seid interessiert!“ Das ist die nächste Aufgabe, die wir an diesem Samstagmorgen bekommen. Wir stehen im Kreis und sollen eine Bewegung der Nebenfrau/ des Nebenmanns möglichst genau imitieren. Gar nicht so einfach, denken wir und strengen uns mächtig an. Was dabei herauskommt, ist eine ähnliche Bewegung, aber Jidu kann uns danach genau sagen, welcher der 17 Teilnehmer die Bewegung wie ausgeführt hat. Wir merken: Es geht hier ums genaue Beobachten, ums Wach- und Konzentriertsein, ja ums Interessiertsein am Anderen. Wir erfahren, dass sich die Konzentration schneller einstellt, wenn wir gerade auf zwei Beinen stehen und nicht in einer Ruheposition oder gar im Sitzen. Wie beeindruckend energiegeladen unser Impulskreis wird, wenn wir es schaffen, den Impuls des Nebenstehenden mit Blick in seine Augen und mit dem ganzen Körper aufzunehmen.
Wir gehen einen Schritt weiter und geben Gefühlsausdrücke wie Lachen und Traurigsein im Kreis weiter und steigern diese von Spieler zu Spieler. Auch hier erleben wir einprägsam, dass es nicht wichtig ist, was wir können oder wie viel Spielerfahrung wir haben. Wichtig ist, ob wir in diesem Moment konzentriert sind, ob wir Gedanken an die Vergangenheit oder an Zukünftiges ausschalten können und vor allem ob wir den Anderen neben uns wirklich sehen. Denn nur dann können wir seine Gefühlsausdrücke aufnehmen und diese steigern.
Gegen 12 Uhr wird dann zum ersten Mal der Clown in uns geweckt, indem wir versuchen, Gangarten der Anderen zu beobachten, zu imitieren und Auffälligkeiten zu vergrößern. Am Ende dieser Übung haben wir die Grundlage für unsere Verwandlung geschafft: Wir alle laufen und bewegen uns wie ein Clown, obwohl es doch unsere eigenen Gangarten sind, in denen wir gehen. Durch die Übertreibung jedoch wird aus unserem Alltagsgang ein Clownsgang.

Drama 34 oder: Was nützt das ganze Theater?

Ein eigenes Theaterstück zu entwickeln und es dann auch noch vor einem fachkundigen Publikum auf einer echten Theaterbühne zu zeigen, ist etwas ganz Großes. Im Juni 2018 wurde diese Ehre den Schülerinnen und Schülern der Theater-AG zu Teil, die ihr selbst entwickeltes Stück "Another one bites the dust" bei den 34. Schultheatertagen ("Drama 34") präsentieren durften.
Damit gehörte unsere AG mit dem selbst gewählten Namen "Die Jugend von heute" zu einer von acht ausgewählten Schultheatergruppen aus dem Raum Stuttgart. Vom 11. bis zum 13. Juni erhielten 120 Theaterschaffende zwischen 11 und 18 Jahren aus verschiedenen Schulen und Schulformen beim Jungen Ensemble Stuttgart eine Plattform, ihre Stückentwicklungen und Performances zu zeigen und ihre Arbeit in innovativen künstlerischen Formaten zu reflektieren.
Die intensiven Theatertage begannen meist mit der Vorstellung eines Ensembles. Danach wurde in gemischten Gruppen jede Vorstellung in unterschiedlichen Formen aufgegriffen: Im Gesprächsformat reTALK diskutierte man über das Gesehene, im Spielformat rePLAY bekamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Eindrücke und Lieblingsszenen (rück-)zuspielen. Dadurch konnte man das eigene Stück auf wertschätzende und kreative Weise noch einmal von einer anderen Seite aus betrachten. In einem Künstleratelier (reCREATE) wurden schließlich Triptychons mit verschiedenen Materialien gestaltet, die einerseits noch mal auf einer anderen Ebene das Gesehene reflektierten und andererseits der jeweiligen Gruppe als Erinnerung blieben.
Den Höhepunkt für unsere Gruppe stellte natürlich die Aufführung des eigenen Stückes auf der Bühne des FITZ Figurentheaters dar, zu der auch die Eltern eingeladen waren. Mit einem "eigenen" professionellen Bühnentechniker das Bühnenbild und die Beleuchtung herzurichten, war für die Regiseurinnen, Theater-AG-Leiterinnen und diesjährigen Abiturientinnen Johanna Müller und Celine Betz eine tolle Erfahrung. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Technik-AG des JKG konnten unsere Schauspielerinnen und Schauspieler ihr Bestes geben.
Und das kam beim Publikum an: Begeisterte Lacher, wenn Marek Hilgarth und Mihriban Sahan als Kommissar und Helferlein versuchten mit unterschiedlich ausgeprägter Fachkompetenz den Tod eines unsympathischen alten Herrn (gespielt von Ira Himstedt) zu lösen. Die Stimmung traditioneller Krimistücke heraufbeschwörend schöpften Helene Schumacher und Liltih Schenkenhofer als skuril putzende Hausmädchen, Jannis Meyer-Menk und Khanh An Vo als Gärtner mit Hintergedanken und Vorgeschichte, Melisssa Biskin als nobler Butler und Ziona Frimpong als Promi-Koch mit Youtube-Kanal aus dem Vollen. Rosa Paul und ihr zweites Ich Michelle Peege stellten als sympathisch-verwirrte Ehefrau bzw. Witwe des Mordopfers das Publikum vor Rätsel. Sabira Naventhan rundete mit Doris Balos das Krimi-Personal als genervt-skrupellose Ärztin ab.
Die Schülerinnen und Schüler blieben teilweise bis in den späten Abend hinein im JES, zusammengeschweißt mit den alten und neuen Schauspielkollegen, jede Vorstellung - unterschiedlich in Inhalt und Form - begeistert schauend und entdeckend. Auch noch Wochen später klingen diese drei Tage nach: sich mal drei Tage lang nur auf Theater zu konzentrieren, die eigene Komfortzone zu verlassen, Vertrauen in sich zu gewinnen und das eigene Selbstvertrauen zu stärken, zudem kritisch über die Welt nachzudenken-unersetzbare Erfahrungen, die unsere Schauspielerinnen und Schauspieler hier machen konnten und die hoffentlich noch lange nachwirken.

Julia Hezel

2018 - Impressionen vom JKG-Sommerkonzert im Kursaal

Schon Wochen vorher kündigte sich auf den Plakaten unter dem diesjährigen Motto „Klassiker“ - flankiert von den zwei musikalischen Größen des Abends (Michael Jackson in „Moonwalk“-Pose auf der einen und Ludwig van Beethoven auf der anderen Seite) ein spannender Konzertabend an, den das Publikum dann am 18. Juli 2018 im vollbesetzten Großen Kursaal genießen konnte. Man durfte wieder einmal sehr gespannt sein, wie die Beteiligten des Abends diesen spannungsgeladenen musikalischen Bogen über 300 Jahre mit Leben füllen und das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der sogenannten musikalischen Klassiker nehmen würde, denn wer kennt sie nicht: Michael Jacksons Leben und Wirken mit unzähligen nicht mehr wegzudenkenden musikalischen Meilensteinen der Popmusik der 1980er und 1990er Jahre sowie den berühmten Anfang von Beethovens Sinfonie Nr. 5 „dadadadaaaa ...“. Zwei „Thriller“, die einem schon mal einen musikalischen Schauer über den Rücken jagen können. Genau das zeichnet Klassiker ja aus – Musikstücke, die aufgrund ihrer Qualität ihre Zeit überdauern.

Doch der Reihe nach: Im ersten Teil des Konzertabends, überaus charmant und gekonnt moderiert von Mina Alshawaf, Jule Stauss und Carmen Galonska (Textredaktion Joanna Siemer), bot der Chor unter der Leitung von Daniela Boettcher-Mayr wieder einmal eine hin- und mitreißende musikalische Leistung, eine Mischung aus Stücken mit Sologesang aus dem Bereich der Pop-Musik und Chorstücken, unter anderem mit Highlights aus dem Musical „Grease“, dessen Songs noch heute Kult sind, allen voran das Duett „You’re the one that I want“, in der Verfilmung des „Pomaden“-Werkes gesungen von Olivia Newton-John und John Travolta. Spätestens jetzt war ein deutliches Mitwippen im Publikum zu spüren. Den musikalischen Einstieg in den Abend machte das Lied „La la la“ von Shaid Khan/Naughty boy), gefolgt von einem echten Klassiker, „Your Song“ von Elton John, der sein erster großer Hit wurde. Daria Kobas als Solistin präsentierte das Lied sehr eindrucksvoll. Danach überzeugte eine andere Solistin, die Abiturientin Johanna Müller, das Publikum mit ihrer wundervollen klaren Stimme bei den Songs „The path to the moon“ und dem wunderschönen Wiegenlied „Sleepsong“ von Secret Garden.

Nach einer Umbaupause übernahm Anna Trüdinger mit dem JKG-Orchester und entführte das Publikum auf eine musikalische Reise ins 19. und 18. Jahrhundert, die Zeit von Beethoven und Vivaldi. Nichts Geringeres als zwei Stücke aus Beethovens Sinfonie Nr. 5 standen auf dem Programm. Allein diese Ankündigung zeigte wieder einmal die ständige Weiterentwicklung und Professionalisierung unseres Schulorchesters. Nach dem furiosen und kontrastreichen Einstieg mit „Allegro con brio“ und „Andante con moto“ aus Beethovens Sinfonie Nr. 5, also einem DER Klassiker der klassischen Orchestermusik, ging die Reise weiter nach Italien zu Antonio Vivaldi, einem der „klassischen“ Barockkomponisten. Fünf Instrumentalisten (Johanna Müller, Judith Gonzalez Bellmunt, Hannah Lott, Rajka Munz und Matthias Irion) sorgten mit einem „Allegro“ aus dem Konzert für Harfe, Flöten und Cello für Begeisterung im Publikum, die sich über die „L’Arlésienne: Suite für Orchester“ von Georges Bizet, noch weiter steigerte. Und wie es sich für einen großen Konzertabend gehört – der größte „Thriller“ kommt zum Schluss! Michael Jackson, sicherlich der Titan der Popmusik, sollte das furiose Finale bilden und damit ging nach langem Applaus, Zugabe, Dankesreden und Blumengeschenken wieder einmal ein wundervoller hochsommerlicher Musikabend zu Ende. Wir verneigen uns vor allen singenden und musizierenden Schülerinnen, Schülern und KollegInnen, den Technikmeistern mit ihrem Leiter Arne Morgner, Kristina Vilotseva und Anna Kaufmann (Klavierbegleitung bzw. Probenassistenz), und vor allem vor den Kolleginnen aus der Musikfachschaft, allen voran den Dirigentinnen Daniela Boettcher-Mayr (Chor) und Anna Trüdinger (Orchester) für ihre Hingabe, Geduld und Energie, die sie jedes Schuljahr aufs Neue investieren. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wenn es wieder heißt: Vorhang auf für das Sommerkonzert 2019!  
S. Gilbert

„Kathi Blum reloaded“ oder: Wieso können wir nicht einfach nett zu einander sein?

Der Kurs Literatur und Theater der Jahrgangsstufe 1 präsentierte am 20.7.2018 im Musiksaal des JKG das Ergebnis seiner Projektarbeit

„Ich bin eine ehrliche Frau. Ich habe meine Ehre.“ Kathi Blum, die an Heinrich Bölls Katharina Blum angelehnte Hauptfigur, differenziert verkörpert von Adriana Andjelikovic, behauptet sich und ihre Ehre bis zum Ende. Sie lässt sie sich nicht nehmen. Dabei scheint die ganze Welt sich gegen sie verschworen zu haben. Da sind beispielsweise Detective Kruel, von Schamuss Elfatlawi bewusst als Grenzgänger zwischen den Geschlechtern gespielt, oder die beiden einflussreichen Geschäftspartner und „Männerfreunde“ Lüding und Schreiner (Gerrit Günther und Fabian Holop). Sie alle halten Kathi für minderwertig, weil sie sich auf einer Party in den von der Polizei gesuchten Luis Ramires (Daniel Omari) verliebt. Diese Liaison wird vom bekennenden Trump-Fan, Sexisten, Chauvinisten und Journalisten Markus Schmitt, überzeugend verkörpert von Tim Grüner, in der Presse breitgetreten und zur Geschichte einer Prostituierten umgedichtet. Am Ende der so begonnenen Hexenjagd steht die Ermordung des wie ein Getriebener agierenden Schmitt durch Kathi Blum.

Unter der Regie von Schamuss Elfatlawi und Salina Weldemariam entstand in mehrmonatiger, eigenständiger Arbeit ein Stück, das nicht lustig war. Vielmehr blieb dem aufmerksamen Zuschauer das Lachen im Halse stecken, denn ihm wurde ein Spiegel vorgehalten. Wie gehen wir miteinander um? Sehen wir in unserem Gegenüber einen gleichberechtigten Menschen mit eigener, unverletzlicher Würde oder nur ein Mittel zum Zweck wie Markus Schmitt, der auch vor Lügen nicht zurückschreckt? Stempeln auch wir Menschen, die nicht unseren Vorstellungen von Normalität entsprechen, ab wie Detektive Kruel? Schließlich führen uns die 15 Schülerinnen und Schüler des Kurses die Macht des Gerüchts vor Augen. In Bölls Vorlage und im Stück ist es die ZEITUNG, welche das Netz aus falschen Behauptungen spannt, in dem sich Kathi am Ende verfängt. Es wird jedoch überdeutlich, dass die zerstörerische Dynamik übler Nachrede nicht vom Medium abhängt. Was hier mit dem Zeitungsartikel eines verzweifelten und zynischen Redakteurs beginnt, beginnt heute in der Regel mit einem Post in einem sozialen Netzwerk. Auf eine solche Aktualisierung mit dem Zeigefinger verzichtete das Dramaturgieteam (Hatice Özkul, Laureta Nrecaj und Pia Frick) weise. So konnte das Bühnenbild von Cansu Teke, Dima Muqbel und Gerrit Günther, bestehend aus drei mit Zeitungsseiten beklebten Wänden, die Kathi buchstäblich immer mehr einengten, seine ganze Wirkung entfalten.

Zwei Mal spielte die Gruppe das Stück: eine vollbesetzte Schülervorstellung am Vormittag mit gefesseltem Publikum und eine leider nicht ganz so gut besuchte Abendvorstellung. Die Akteure vor und hinter den Kulissen hätten auch abends einen voll besetzten Saal verdient, denn ihre Leistung war in jeglicher Hinsicht bemerkenswert.

(Tobias Krämer, Lehrer des Kurses Literatur und Theater)