Gegen das Vergessen: Stolpersteinverlegung für Jakob und Lucie Cohen in der Cannstatter Bahnhofstraße

Vor dem Haus in der Bahnhofstraße 14 verlegte der bekannte Kölner Künstler Gunther Demnig am Freitag zwei Stolpersteine zum Gedenkenan Jakob und Lucie Cohen – dort befand sich der letzte frei gewählte Wohnsitz des von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Ehepaares.

Die Cannstatter Stolperstein-Initiative hat die Gedenkveranstaltung organisiert, mitgewirkt hat Denis Karasik, der vor einigen Tagen Abitur am JKG gemacht hat. Er hat sich im Rahmen einer GFS in Geschichte intensiv mit dem Schicksal des jüdischen Ehepaares Cohen und der schwierigen Materie der Entschädigungszahlungen an Familienangehörige beschäftigt und wichtige Erkenntnisse erarbeitet. Bei seiner Arbeit in Archiven wurde Denis von Rainer Redies von der Cannstatter Stolperstein-Initiative und von unserer ehemaligen Geschichtslehrerin Roswitha Pichon unterstützt.

Als der Künstler die Gedenksteine aus Messing in den Gehweg eingelassen hatte, trug Denis einen Text vor, in dem das erschütternde Schicksal von Jakob und Lucie Cohen eindrucksvoll erzählt wird: Das jüdische Ehepaar floh 1939 vor den Nationalsozialisten nach Luxemburg und glaubte sich dort zunächst in Sicherheit vor seinen Verfolgern. Nach dem deutschen Überfall auf Luxemburg im Mai 1940 wurden sie 1941 inhaftiert und im Juli 1942 über Dortmund nach Theresienstadt gebracht, wo Jakob Cohen aufgrund der menschen-verachtenden Lebensumstände am 27. Dezember 1942 verstarb. Seine Frau Lucie wurde später nach Auschwitz deportiert und dort am 16. Mai 1944 ermordet. (M. Geiselhart)