Ein eigenes Theaterstück zu entwickeln und es dann auch noch vor einem fachkundigen Publikum auf einer echten Theaterbühne zu zeigen, ist etwas ganz Großes.

Im Juni 2018 wurde diese Ehre den Schülerinnen und Schülern der Theater-AG zu Teil, die ihr selbst entwickeltes Stück "Another one bites the dust" bei den 34. Schultheatertagen ("Drama 34") präsentieren durften.
Damit gehörte unsere AG mit dem selbst gewählten Namen "Die Jugend von heute" zu einer von acht ausgewählten Schultheatergruppen aus dem Raum Stuttgart. Vom 11. bis zum 13. Juni erhielten 120 Theaterschaffende zwischen 11 und 18 Jahren aus verschiedenen Schulen und Schulformen beim Jungen Ensemble Stuttgart eine Plattform, ihre Stückentwicklungen und Performances zu zeigen und ihre Arbeit in innovativen künstlerischen Formaten zu reflektieren.
Die intensiven Theatertage begannen meist mit der Vorstellung eines Ensembles. Danach wurde in gemischten Gruppen jede Vorstellung in unterschiedlichen Formen aufgegriffen: Im Gesprächsformat reTALK diskutierte man über das Gesehene, im Spielformat rePLAY bekamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Eindrücke und Lieblingsszenen (rück-)zuspielen. Dadurch konnte man das eigene Stück auf wertschätzende und kreative Weise noch einmal von einer anderen Seite aus betrachten. In einem Künstleratelier (reCREATE) wurden schließlich Triptychons mit verschiedenen Materialien gestaltet, die einerseits noch mal auf einer anderen Ebene das Gesehene reflektierten und andererseits der jeweiligen Gruppe als Erinnerung blieben.
Den Höhepunkt für unsere Gruppe stellte natürlich die Aufführung des eigenen Stückes auf der Bühne des FITZ Figurentheaters dar, zu der auch die Eltern eingeladen waren. Mit einem "eigenen" professionellen Bühnentechniker das Bühnenbild und die Beleuchtung herzurichten, war für die Regiseurinnen, Theater-AG-Leiterinnen und diesjährigen Abiturientinnen Johanna Müller und Celine Betz eine tolle Erfahrung. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Technik-AG des JKG konnten unsere Schauspielerinnen und Schauspieler ihr Bestes geben.
Und das kam beim Publikum an: Begeisterte Lacher, wenn Marek Hilgarth und Mihriban Sahan als Kommissar und Helferlein versuchten mit unterschiedlich ausgeprägter Fachkompetenz den Tod eines unsympathischen alten Herrn (gespielt von Ira Himstedt) zu lösen. Die Stimmung traditioneller Krimistücke heraufbeschwörend schöpften Helene Schumacher und Liltih Schenkenhofer als skuril putzende Hausmädchen, Jannis Meyer-Menk und Khanh An Vo als Gärtner mit Hintergedanken und Vorgeschichte, Melisssa Biskin als nobler Butler und Ziona Frimpong als Promi-Koch mit Youtube-Kanal aus dem Vollen. Rosa Paul und ihr zweites Ich Michelle Peege stellten als sympathisch-verwirrte Ehefrau bzw. Witwe des Mordopfers das Publikum vor Rätsel. Sabira Naventhan rundete mit Doris Balos das Krimi-Personal als genervt-skrupellose Ärztin ab.
Die Schülerinnen und Schüler blieben teilweise bis in den späten Abend hinein im JES, zusammengeschweißt mit den alten und neuen Schauspielkollegen, jede Vorstellung - unterschiedlich in Inhalt und Form - begeistert schauend und entdeckend. Auch noch Wochen später klingen diese drei Tage nach: sich mal drei Tage lang nur auf Theater zu konzentrieren, die eigene Komfortzone zu verlassen, Vertrauen in sich zu gewinnen und das eigene Selbstvertrauen zu stärken, zudem kritisch über die Welt nachzudenken-unersetzbare Erfahrungen, die unsere Schauspielerinnen und Schauspieler hier machen konnten und die hoffentlich noch lange nachwirken.

Julia Hezel