Kultur am JKG

Es ist gute Tradition am JKG, die Arbeit der Bereiche Musik, Kunst und Theater in Aufführungen vor der Schulgemeinschaft, aber auch außerhalb der Schule zu präsentieren: z.B. beim Stuttgarter Musikfest für Kinder und Jugendliche oder bei einer gemeinsamen Aufführung von Chor, Orchester und Theater im Kursaal Bad Cannstatt oder - im Bereich Kunst - als Fliesenprojekt im Kurpark seit 2007 (s. a. weitere Prokekte in Stuttgart und in Karlsruhe). Die Aufführungen werden in Probenphasen z.B. auf Schloss Kapfenburg vorbereitet.

Weitere Informationen:

Chor, Orchester und Unterricht für Streichinstrumente am JKG

SchülerKunst XVII

 

Wie jedes Jahr am Keplerabend ist der Auftritt unserer Schulband einer der Höhepunkte im Programm: Gekonnt anmoderiert von Anton Gnann und Sarah Eldem (beide Klassenstufe 10) und bestens in Szene gesetzt sowie tontechnisch verstärkt durch die Technik-Crew (Leitung: Arne Morgner) starteten die Musiker*innen der Band beim diesjährigen Keplerabend mit dem Guns N’Roses-Song „Patience“ – und präsentierten dem Publikum stimmungsvolle Gitarrensounds (Armin Levin, Joshua Kauer, Henning Kalmbach) und ein souverän gesungenes Solo (mit sympathischer Ausstrahlung: Sängerin Kristine Kubasov). Nach dem zweiten Titel, „Girl, put your records on“, ging’s rockig zur Sache mit Madsens „Du schreibst Geschichte“: Die Rhythmus-Crew um Schlagzeuger Branislav Stojicic und Leo Bewer (E-Bass) verpasste dem Stück einen groovigen Drive, der sich sofort auf das Publikum übertrug. Großer Applaus und Dank an die Band und ihre Leiterin Isabel Spanu!

Die markanten Gitarrenriffs und das überzeugende Gesangssolo des Madsen-Songs noch in den Ohren freuen wir uns schon auf den nächsten Auftritt der Schulband beim Schulfest.

Tolles Unterstufenkonzert im Musiksaal

Gespannt wartete das Publikum im vollbesetzten Musiksaal, da ertönten bereits „von ferne“ Trommelklänge, die den Einzug des wilden Stamms des Steinzeitkönigs Gugubo begleiteten. Diese Bande präsentierte – in Gestalt der Sängerinnen des Chors Kl. 5 – gekonnt fetzige Songs aus dem Musical „Ein Fest für König Gugubo“. Nach dem Behomot-Show-Swing kamen Stamm und Steinzeitungeheuer erst im Lied Höhlennacht „zur Ruhe“ – und nahmen mit ihrer Leiterin Almut Blumhagen anschließend den wohlverdienten Applaus für ihren schwungvollen Auftritt entgegen.

Im zweiten Teil des Programms zeigten die zwei Violingruppen (Ltg.: Petra Grevesmühl und Zizi Totiauri) sowie die Cellogruppe (Ltg.: Delphine Henriet) aus den Klassen 5a und 5b jeweils in einem kurzen Auftritt ihr Können. Das Publikum war beeindruckt, wie die jungen Streicher*innen bereits nach wenigen Monaten Instrumentalunterricht im Rahmen der Kooperation mit der Stuttgarter Musikschule zusammen musizierten.
Nach einer kleinen Umbau- und Stimmpause folgte nun der Auftritt des 30köpfigen Unterstufenorchesters (Ltg.: Anna Trüdinger). Die jungen Streicher, Bläser, Gitarristen und Schlagzeuger begeisterten das Publikum mit festlichen Barockklängen aus der Feuerwerksmusik von Händel (die Bourrée wurde dabei von einigen Sechstklässlern sogar solistisch aufgeführt!) und berühmten Filmmusiktiteln wie Schostakowitschs Jazz-Walzer aus dem Soundtrack zu „Eyes wide shut“, Skyfall (James Bond) und einem mitreißendem Ausschnitt aus Pirates of the Carribbean.

Mit dem Schlusskanon aller Beteiligten inkl. Publikum I like the Flowers verabschiedeten sich die Unterstufenensembles unter großem Applaus in die Pfingstferien.
Sichtlich beeindruckt vom Engagement aller Beteiligten dankte der stellvertretende Schulleiter Herr Schwarzkopf den singenden und musizierenden Schüler*innen, den beteiligten Musiklehrerinnen und nicht zuletzt den Schülern der Veranstaltungstechnik-AG (Ltg.: Arne Morgner), die im Bereich Ton und Beleuchtung wieder tolle Arbeit geleistet hatten.

    

Theater-Workshop mit Jidu Pasqualini

„Ich heiße Zoe und bin 16 Jahre alt.“ Und???

Schnell wird klar, dass Jidu Pasqualini - Theaterpädagoge, Tänzer und Clown - sich mit einer Vorstellung dieser Art nicht zufriedengeben wird. „Wer bist du? Was willst du?“, fragt er ruhig. Was dann passiert, verblüfft alle Beteiligten: Innerhalb kürzester Zeit sind wir mittendrin in der Beschäftigung mit uns selbst, mit dem, was uns ausmacht als Menschen. Und wir stellen fest: So unterschiedlich ist das gar nicht. Fast alle wollen dazu beitragen, dass es der Familie und den Mitmenschen gut geht. Etwas Gutes hinterlassen auf dieser Welt. Glücklich sein. Die Welt sehen und erleben.
Aber was hat das mit Clownskunst zu tun? Und was hat diese überhaupt mit Theater und damit mit uns zu tun? Sehr viel, wie wir, die anwesenden Schülerinnen und Schüler der Literatur-und-Theater-Kurse von Herrn Krämer und Frau Hezel, in den folgenden fünf Stunden lernen werden.
„Seid interessiert!“ Das ist die nächste Aufgabe, die wir an diesem Samstagmorgen bekommen. Wir stehen im Kreis und sollen eine Bewegung der Nebenfrau/ des Nebenmanns möglichst genau imitieren. Gar nicht so einfach, denken wir und strengen uns mächtig an. Was dabei herauskommt, ist eine ähnliche Bewegung, aber Jidu kann uns danach genau sagen, welcher der 17 Teilnehmer die Bewegung wie ausgeführt hat. Wir merken: Es geht hier ums genaue Beobachten, ums Wach- und Konzentriertsein, ja ums Interessiertsein am Anderen. Wir erfahren, dass sich die Konzentration schneller einstellt, wenn wir gerade auf zwei Beinen stehen und nicht in einer Ruheposition oder gar im Sitzen. Wie beeindruckend energiegeladen unser Impulskreis wird, wenn wir es schaffen, den Impuls des Nebenstehenden mit Blick in seine Augen und mit dem ganzen Körper aufzunehmen.
Wir gehen einen Schritt weiter und geben Gefühlsausdrücke wie Lachen und Traurigsein im Kreis weiter und steigern diese von Spieler zu Spieler. Auch hier erleben wir einprägsam, dass es nicht wichtig ist, was wir können oder wie viel Spielerfahrung wir haben. Wichtig ist, ob wir in diesem Moment konzentriert sind, ob wir Gedanken an die Vergangenheit oder an Zukünftiges ausschalten können und vor allem ob wir den Anderen neben uns wirklich sehen. Denn nur dann können wir seine Gefühlsausdrücke aufnehmen und diese steigern.
Gegen 12 Uhr wird dann zum ersten Mal der Clown in uns geweckt, indem wir versuchen, Gangarten der Anderen zu beobachten, zu imitieren und Auffälligkeiten zu vergrößern. Am Ende dieser Übung haben wir die Grundlage für unsere Verwandlung geschafft: Wir alle laufen und bewegen uns wie ein Clown, obwohl es doch unsere eigenen Gangarten sind, in denen wir gehen. Durch die Übertreibung jedoch wird aus unserem Alltagsgang ein Clownsgang.

Drama 34 oder: Was nützt das ganze Theater?

Ein eigenes Theaterstück zu entwickeln und es dann auch noch vor einem fachkundigen Publikum auf einer echten Theaterbühne zu zeigen, ist etwas ganz Großes. Im Juni 2018 wurde diese Ehre den Schülerinnen und Schülern der Theater-AG zu Teil, die ihr selbst entwickeltes Stück "Another one bites the dust" bei den 34. Schultheatertagen ("Drama 34") präsentieren durften.
Damit gehörte unsere AG mit dem selbst gewählten Namen "Die Jugend von heute" zu einer von acht ausgewählten Schultheatergruppen aus dem Raum Stuttgart. Vom 11. bis zum 13. Juni erhielten 120 Theaterschaffende zwischen 11 und 18 Jahren aus verschiedenen Schulen und Schulformen beim Jungen Ensemble Stuttgart eine Plattform, ihre Stückentwicklungen und Performances zu zeigen und ihre Arbeit in innovativen künstlerischen Formaten zu reflektieren.
Die intensiven Theatertage begannen meist mit der Vorstellung eines Ensembles. Danach wurde in gemischten Gruppen jede Vorstellung in unterschiedlichen Formen aufgegriffen: Im Gesprächsformat reTALK diskutierte man über das Gesehene, im Spielformat rePLAY bekamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Eindrücke und Lieblingsszenen (rück-)zuspielen. Dadurch konnte man das eigene Stück auf wertschätzende und kreative Weise noch einmal von einer anderen Seite aus betrachten. In einem Künstleratelier (reCREATE) wurden schließlich Triptychons mit verschiedenen Materialien gestaltet, die einerseits noch mal auf einer anderen Ebene das Gesehene reflektierten und andererseits der jeweiligen Gruppe als Erinnerung blieben.
Den Höhepunkt für unsere Gruppe stellte natürlich die Aufführung des eigenen Stückes auf der Bühne des FITZ Figurentheaters dar, zu der auch die Eltern eingeladen waren. Mit einem "eigenen" professionellen Bühnentechniker das Bühnenbild und die Beleuchtung herzurichten, war für die Regiseurinnen, Theater-AG-Leiterinnen und diesjährigen Abiturientinnen Johanna Müller und Celine Betz eine tolle Erfahrung. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Technik-AG des JKG konnten unsere Schauspielerinnen und Schauspieler ihr Bestes geben.
Und das kam beim Publikum an: Begeisterte Lacher, wenn Marek Hilgarth und Mihriban Sahan als Kommissar und Helferlein versuchten mit unterschiedlich ausgeprägter Fachkompetenz den Tod eines unsympathischen alten Herrn (gespielt von Ira Himstedt) zu lösen. Die Stimmung traditioneller Krimistücke heraufbeschwörend schöpften Helene Schumacher und Liltih Schenkenhofer als skuril putzende Hausmädchen, Jannis Meyer-Menk und Khanh An Vo als Gärtner mit Hintergedanken und Vorgeschichte, Melisssa Biskin als nobler Butler und Ziona Frimpong als Promi-Koch mit Youtube-Kanal aus dem Vollen. Rosa Paul und ihr zweites Ich Michelle Peege stellten als sympathisch-verwirrte Ehefrau bzw. Witwe des Mordopfers das Publikum vor Rätsel. Sabira Naventhan rundete mit Doris Balos das Krimi-Personal als genervt-skrupellose Ärztin ab.
Die Schülerinnen und Schüler blieben teilweise bis in den späten Abend hinein im JES, zusammengeschweißt mit den alten und neuen Schauspielkollegen, jede Vorstellung - unterschiedlich in Inhalt und Form - begeistert schauend und entdeckend. Auch noch Wochen später klingen diese drei Tage nach: sich mal drei Tage lang nur auf Theater zu konzentrieren, die eigene Komfortzone zu verlassen, Vertrauen in sich zu gewinnen und das eigene Selbstvertrauen zu stärken, zudem kritisch über die Welt nachzudenken-unersetzbare Erfahrungen, die unsere Schauspielerinnen und Schauspieler hier machen konnten und die hoffentlich noch lange nachwirken.

Julia Hezel

2018 - Impressionen vom JKG-Sommerkonzert im Kursaal

Schon Wochen vorher kündigte sich auf den Plakaten unter dem diesjährigen Motto „Klassiker“ - flankiert von den zwei musikalischen Größen des Abends (Michael Jackson in „Moonwalk“-Pose auf der einen und Ludwig van Beethoven auf der anderen Seite) ein spannender Konzertabend an, den das Publikum dann am 18. Juli 2018 im vollbesetzten Großen Kursaal genießen konnte. Man durfte wieder einmal sehr gespannt sein, wie die Beteiligten des Abends diesen spannungsgeladenen musikalischen Bogen über 300 Jahre mit Leben füllen und das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der sogenannten musikalischen Klassiker nehmen würde, denn wer kennt sie nicht: Michael Jacksons Leben und Wirken mit unzähligen nicht mehr wegzudenkenden musikalischen Meilensteinen der Popmusik der 1980er und 1990er Jahre sowie den berühmten Anfang von Beethovens Sinfonie Nr. 5 „dadadadaaaa ...“. Zwei „Thriller“, die einem schon mal einen musikalischen Schauer über den Rücken jagen können. Genau das zeichnet Klassiker ja aus – Musikstücke, die aufgrund ihrer Qualität ihre Zeit überdauern.

Doch der Reihe nach: Im ersten Teil des Konzertabends, überaus charmant und gekonnt moderiert von Mina Alshawaf, Jule Stauss und Carmen Galonska (Textredaktion Joanna Siemer), bot der Chor unter der Leitung von Daniela Boettcher-Mayr wieder einmal eine hin- und mitreißende musikalische Leistung, eine Mischung aus Stücken mit Sologesang aus dem Bereich der Pop-Musik und Chorstücken, unter anderem mit Highlights aus dem Musical „Grease“, dessen Songs noch heute Kult sind, allen voran das Duett „You’re the one that I want“, in der Verfilmung des „Pomaden“-Werkes gesungen von Olivia Newton-John und John Travolta. Spätestens jetzt war ein deutliches Mitwippen im Publikum zu spüren. Den musikalischen Einstieg in den Abend machte das Lied „La la la“ von Shaid Khan/Naughty boy), gefolgt von einem echten Klassiker, „Your Song“ von Elton John, der sein erster großer Hit wurde. Daria Kobas als Solistin präsentierte das Lied sehr eindrucksvoll. Danach überzeugte eine andere Solistin, die Abiturientin Johanna Müller, das Publikum mit ihrer wundervollen klaren Stimme bei den Songs „The path to the moon“ und dem wunderschönen Wiegenlied „Sleepsong“ von Secret Garden.

Nach einer Umbaupause übernahm Anna Trüdinger mit dem JKG-Orchester und entführte das Publikum auf eine musikalische Reise ins 19. und 18. Jahrhundert, die Zeit von Beethoven und Vivaldi. Nichts Geringeres als zwei Stücke aus Beethovens Sinfonie Nr. 5 standen auf dem Programm. Allein diese Ankündigung zeigte wieder einmal die ständige Weiterentwicklung und Professionalisierung unseres Schulorchesters. Nach dem furiosen und kontrastreichen Einstieg mit „Allegro con brio“ und „Andante con moto“ aus Beethovens Sinfonie Nr. 5, also einem DER Klassiker der klassischen Orchestermusik, ging die Reise weiter nach Italien zu Antonio Vivaldi, einem der „klassischen“ Barockkomponisten. Fünf Instrumentalisten (Johanna Müller, Judith Gonzalez Bellmunt, Hannah Lott, Rajka Munz und Matthias Irion) sorgten mit einem „Allegro“ aus dem Konzert für Harfe, Flöten und Cello für Begeisterung im Publikum, die sich über die „L’Arlésienne: Suite für Orchester“ von Georges Bizet, noch weiter steigerte. Und wie es sich für einen großen Konzertabend gehört – der größte „Thriller“ kommt zum Schluss! Michael Jackson, sicherlich der Titan der Popmusik, sollte das furiose Finale bilden und damit ging nach langem Applaus, Zugabe, Dankesreden und Blumengeschenken wieder einmal ein wundervoller hochsommerlicher Musikabend zu Ende. Wir verneigen uns vor allen singenden und musizierenden Schülerinnen, Schülern und KollegInnen, den Technikmeistern mit ihrem Leiter Arne Morgner, Kristina Vilotseva und Anna Kaufmann (Klavierbegleitung bzw. Probenassistenz), und vor allem vor den Kolleginnen aus der Musikfachschaft, allen voran den Dirigentinnen Daniela Boettcher-Mayr (Chor) und Anna Trüdinger (Orchester) für ihre Hingabe, Geduld und Energie, die sie jedes Schuljahr aufs Neue investieren. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wenn es wieder heißt: Vorhang auf für das Sommerkonzert 2019!  
S. Gilbert

„Kathi Blum reloaded“ oder: Wieso können wir nicht einfach nett zu einander sein?

Der Kurs Literatur und Theater der Jahrgangsstufe 1 präsentierte am 20.7.2018 im Musiksaal des JKG das Ergebnis seiner Projektarbeit

„Ich bin eine ehrliche Frau. Ich habe meine Ehre.“ Kathi Blum, die an Heinrich Bölls Katharina Blum angelehnte Hauptfigur, differenziert verkörpert von Adriana Andjelikovic, behauptet sich und ihre Ehre bis zum Ende. Sie lässt sie sich nicht nehmen. Dabei scheint die ganze Welt sich gegen sie verschworen zu haben. Da sind beispielsweise Detective Kruel, von Schamuss Elfatlawi bewusst als Grenzgänger zwischen den Geschlechtern gespielt, oder die beiden einflussreichen Geschäftspartner und „Männerfreunde“ Lüding und Schreiner (Gerrit Günther und Fabian Holop). Sie alle halten Kathi für minderwertig, weil sie sich auf einer Party in den von der Polizei gesuchten Luis Ramires (Daniel Omari) verliebt. Diese Liaison wird vom bekennenden Trump-Fan, Sexisten, Chauvinisten und Journalisten Markus Schmitt, überzeugend verkörpert von Tim Grüner, in der Presse breitgetreten und zur Geschichte einer Prostituierten umgedichtet. Am Ende der so begonnenen Hexenjagd steht die Ermordung des wie ein Getriebener agierenden Schmitt durch Kathi Blum.

Unter der Regie von Schamuss Elfatlawi und Salina Weldemariam entstand in mehrmonatiger, eigenständiger Arbeit ein Stück, das nicht lustig war. Vielmehr blieb dem aufmerksamen Zuschauer das Lachen im Halse stecken, denn ihm wurde ein Spiegel vorgehalten. Wie gehen wir miteinander um? Sehen wir in unserem Gegenüber einen gleichberechtigten Menschen mit eigener, unverletzlicher Würde oder nur ein Mittel zum Zweck wie Markus Schmitt, der auch vor Lügen nicht zurückschreckt? Stempeln auch wir Menschen, die nicht unseren Vorstellungen von Normalität entsprechen, ab wie Detektive Kruel? Schließlich führen uns die 15 Schülerinnen und Schüler des Kurses die Macht des Gerüchts vor Augen. In Bölls Vorlage und im Stück ist es die ZEITUNG, welche das Netz aus falschen Behauptungen spannt, in dem sich Kathi am Ende verfängt. Es wird jedoch überdeutlich, dass die zerstörerische Dynamik übler Nachrede nicht vom Medium abhängt. Was hier mit dem Zeitungsartikel eines verzweifelten und zynischen Redakteurs beginnt, beginnt heute in der Regel mit einem Post in einem sozialen Netzwerk. Auf eine solche Aktualisierung mit dem Zeigefinger verzichtete das Dramaturgieteam (Hatice Özkul, Laureta Nrecaj und Pia Frick) weise. So konnte das Bühnenbild von Cansu Teke, Dima Muqbel und Gerrit Günther, bestehend aus drei mit Zeitungsseiten beklebten Wänden, die Kathi buchstäblich immer mehr einengten, seine ganze Wirkung entfalten.

Zwei Mal spielte die Gruppe das Stück: eine vollbesetzte Schülervorstellung am Vormittag mit gefesseltem Publikum und eine leider nicht ganz so gut besuchte Abendvorstellung. Die Akteure vor und hinter den Kulissen hätten auch abends einen voll besetzten Saal verdient, denn ihre Leistung war in jeglicher Hinsicht bemerkenswert.

(Tobias Krämer, Lehrer des Kurses Literatur und Theater)

Preisträgerin beim SchulKunst Wettbewerb 'Entdeckungen'

Erneut hat mit Rosa Paul wieder eine Schülerin mit dem 3. Preis erfolgreich beim SchulKunst-Wettbewerb der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH teilgenommen!

Über das Werk wurde bei der öffentlichen Vernissage in der Schlossplatzgarage Karlsruhe das Folgende gesagt:

"Um Entdeckungen zu machen, braucht man nur ein bißchen Zeiit und ein Stückchen Natur, das kann jeder machen, ohne viel Aufwand, indem wir auf eine Wiese liegen und die kleinen Lebewesen um uns herum beobachten, die Anstrengungen, die sie aufwenden, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Für uns ist hier nur ein kleines Rinnsal zu sehen, welches wir mit einem Schritt überwinden, für den kleinen Salamander ist es ein Fluß und eine Anstrengung, von einem Ufer zum anderen zu kommen. Für ihn ist es, als ob er in eine andere Welt wechselt, von einem Ufer zum anderen......Wir sollten mehr auf die kleinen Dinge im Leben achten, auch auf die kleinen Lebewesen, von denen wir lernen können, das Leben zu meistern... so oder so ähnlich habe ich etwas zum Bild gesagt.....Wir sollten nicht immer von uns und unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten ausgehen und urteilen, mehr auf unsere Gegenüber eingehen und von ihren Möglichkeiten..."

Herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Erfolg!