Mittwoch, 22.11.2017, 20 Minuten Auge in Auge mit meinem Lehrer. Ein Alptraum?

An unserer Schule bilden wir uns etwas darauf ein, dass wir uns, Schüler und Lehrer, diese 20 Minuten nehmen, und zwar am Schülersprechtag. Dieser Tag, an dem jeder Schüler der Klassen 6, 8 und 10 ein Gespräch mit einem seiner Lehrer führt, findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt.

 

 

Programm:

7:50 Uhr bis 8:10 Uhr: gemeinsamer Beginn für alle im eigenen Klassenzimmer

8:10 Uhr bis 12:30 Uhr: Gespräche und Projekte

12:30 Uhr bis ca. 12:45 Uhr: gemeinsamer Abschluss für alle im eigenen Klassenzimmer

 

Entstanden ist der Schülersprechtag aus dem Wunsch heraus, einer guten Tradition des JKG einen würdigen Rahmen zu geben: dem persönlichen, vertraulichen Gespräch zwischen Schüler und Lehrer. Am Schülersprechtag soll es darum gehen, dass jeder Schüler über das, was ihn gerade beschäftigt, in vertrauter Atmosphäre sprechen kann. Manchmal geht es um die Verbesserung der Noten, häufig um das Klassenklima, aber auch Themen aus anderen Bereichen stehen auf der Tagesordnung. Erfreuliches und Trauriges aus Familie und Freundeskreis kann hier besprochen werden. Immer dürfen die Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden, worüber sie sprechen wollen. Manchmal machen die Lehrerinnen und Lehrer Vorschläge, stellen Fragen, beschreiben Beobachtungen oder geben Anregungen. Am Ende des Gesprächs können konkrete Ziele für die nächste Zeit vereinbart werden.

Natürlich finden ähnliche Gespräche auch zwischen Tür und Angel statt. Fast immer sind die Gespräche am Schülersprechtag jedoch etwas Besonderes: vertrauensvoll, persönlich, bedeutsam, aus den unmittelbaren Zwängen eines Schultages enthoben. Kein Klassenkamerad wartet vor der Tür. Der Anlass ist nicht unmittelbar drängend wie beispielsweise das nächste Zeugnis. Das ist uns als Lehrerinnen und Lehrer wichtig. Dafür investieren wir unsere Zeit, denn die meisten beteiligten Kolleginnen und Kollegen verbringen einige Zeit mit der Vor- und Nachbereitung der Gespräche oder mit der Organisation und Durchführung des Tages selbst.

Natürlich sollen die Dritten im Bunde, die Eltern, nicht ausgeschlossen sein. Sie sind gebeten, sich mit den Kindern über ihre Gespräche zu unterhalten, ohne dass die Vertraulichkeit der Gespräche gestört würde. Bei Bedarf können Eltern und Lehrer Kontakt aufnehmen. Damit hat der Schülersprechtag einen festen Platz in unserem Präventionskonzept.

Darüber hinaus nutzen wir diesen Tag für Projekte. Die 5. Klassen machen Exkursionen. Die 6. Klassen beschäftigen sich mit Medienbildung und einem Theaterprojekt. Die 7. Klassen stecken mitten in der Antimobbingwoche. Die 8. Klassen machen einen theaterpädagogischen Workshop. Die 9. Klassen beschäftigen sich mit Jazz und die 10. Klassen mit dem Keplerabend. Für die Jahrgangsstufen findet parallel der Unitag statt, an dem sich die zukünftigen Abiturienten an den baden-württembergischen Universitäten über mögliche Studienfächer informieren konnten.

 Tobias Krämer, 13.11.2017