Wir, die beiden Lateingruppen der Klassenstufe 8, unternahmen eine Exkursion ins Limesmuseum in Aalen. Mit dieser Exkursion wollten bzw. sollten wir unsere Kenntnisse zum Leben in den Provinzen des Römischen Reiches, die wir uns im Lateinunterricht erarbeitet haben, vertiefen und erweitern. Um 10.25 Uhr fuhren wir von Bad Cannstatt aus mit dem Zug nach Aalen und gingen vom Aalener Bahnhof zu Fuß zum Museum.

Auf dem Gelände des Museums befand sich in der Antike ein großes Reiterkastell mit ca. 1000 Pferden und Reitern, das während der Regierungszeit von Kaiser Antoninus Pius (138 – 161) gebaut wurde. Es diente zur Sicherung der Grenze, des Limes, zu den Germanen und war das wichtigste Militärlager am obergermanisch-rätischen Limes.

Gleich am Eingang sahen wir die Fundamente der zwei Türme, die an jedem der vier Eingänge zum Kastell standen. Unser Führer erklärte uns den Aufbau des Kastells und erzählte uns, welche und wie viele Einheiten in der Kaserne stationiert waren.

Anschließend gingen wir in den Nachbau einer Wohnanlage einer dort lebenden Reitereinheit. Jeweils zwei bis drei Soldaten lebten mit ihren Pferden unter einem Dach. Die kleinen Wohnungen hatten keine Fenster, weshalb die Luft schlecht war. Die Soldaten bekamen jeden Tag 1 kg Getreide und ihre Pferde 2 kg. Ihre Rüstungen und Waffen mussten sich die Soldaten selbst besorgen. Sie hatten je eine Rüstung für den Kampf und für besondere Feierlichkeiten. Die Rüstungen waren sehr teuer. Deshalb verschuldeten sich viele Soldaten mit zwei Jahresgehältern! Trotzdem war der Dienst in der römischen Armee beliebt, weil die Bezahlung sehr gut war und er auch sonst viele Vorteile brachte.

Danach hat uns unser Führer eine Statue des Kaisers Trajan gezeigt. Diese wurde nach jedem Kaiserwechsel „geköpft“ und der Kopf des neuen Kaisers wurde daraufgesetzt, da die Statuen aus Marmor und darum sehr kostspielig waren. Danach wurde uns anhand einer dreidimensionalen Karte gezeigt, wo der Limes gestanden hatte.

Als die Alemannen, die von den Römern „Barbaren“ genannt, die Grenze überfielen, breitete sich Panik in den umliegenden Dörfern aus. Die Dorfbewohner warfen ihre Wertgegenstände in den Brunnen, damit sie diese bei einer Rückkehr wieder aus dem Brunnen holen konnten. Es wurden Brunnen gefunden, in denen die Menschen in den Dörfern Teile von ihren Ledersandalen in die Brunnen geworfen hatten, um die Brunnen zu vergiften, damit die „Barbaren“ sich dort nicht ansiedeln konnten.

Nach der Führung durften wir noch aufs Außengelände, wo Fundamente anderer Gebäude des Kastells und die Nachbildung einer Kaiserstatue standen. Danach fuhren wir zurück zum JKG, wo die Veranstaltung endete.

Jannis Mayer und Habin Kim (8a)