Als wir am 19. Mai 2017 nach Würzburg zu unserer ersten Teilnahme an den Finalrunden der Junior League im Debating losfuhren, hatte keiner von uns so richtig eine Ahnung, was uns erwarten würde. Vom Würzburger Bahnhof aus liefen wir vorerst quer durch Würzburg und haben so noch etwas von der Stadt gesehen. In der Jugendherberge angekommen, bezogen wir schnell unsere Zimmer, denn kurz darauf ging es auch schon mit der ersten Debatte los. Bei dem Thema, ob Weltraumprogramme weiterhin von Regierungen finanziert werden sollten, kam es zu einer hitzigen Debatte. Trotz schlechter akustischer Gegebenheiten überzeugten wir die Judges und gewannen so die erste Debatte gegen das Team aus Hamburg.

Am nächsten Morgen ging es kurz nach dem Frühstück auch schon los mit der Vorbereitungszeit für die erste Impromptu Debatte mit dem Thema: Sollte Tourismus in der Antarktis verboten werden? Diese Debatte verloren wir leider knapp, weil das gegnerische Team die etwas stärkeren Argumente hatte. Die letzte Debatte in der Vorrunde fand gegen einen Großteil unserer Zimmernachbarn statt und hatte das Thema, ob Straßen oder Schienen bevorzugt werden sollten. Das Ergebnis bekamen wir nicht gleich gesagt, sondern erst, als auch das Thema für das Halbfinale verkündet wurde. Mit einem eindeutigen Sieg zogen wir in das Halbfinale mit dem Thema: Innenstädte sollten autofreie Zonen sein, ein. Bei diesem Thema waren wir die Opposition, also Gegner der autofreien Innenstädte, was für uns als Stuttgarter bei den hiesigen Feinstaubwerten besonders schwer zu vertreten war. Unser Gegner vom Königin-Olga-Stift, die späteren Gewinner des Wettbewerbs, schafften es uns zu besiegen, was für uns das Ende des Wettbewerbs bedeutete.

Wozu: Die Debating AG des JKG nimmt dieses Jahr am Sparda Impuls Wettbewerb teil und hofft auf die begehrte finanzielle Unterstützung der Sparda Bank für geplante Projekte. Doch wie die Platzierung unserer Schule ausfällt, entscheidet einzig und allein das Publikum –also IHR / SIE selbst!

Wann: Die SMS-Abstimmung läuft vom 7. November ab 08:00 Uhr bis 5. Dezember 2016 um 18.00 Uhr.

Wo: http://www.spardaimpuls.de/profile/johannes-kepler-gymnasium-bad-cannstatt/

Wie: Zur kostenfreien Abstimmung gibt man auf dem Profil des JKG die eigene Mobilfunknummer ein. An diese wird eine SMS mit drei Abstimmcodes versendet. Diese sind nach Versand der SMS für 48 Stunden gültig undkönnen beliebig auf die teilnehmenden Schulen verteilen oder alle drei für unsere Schule eingegeben werden.

Wir hoffen auf eure Unterstützung und bedanken uns bei allen Teilnehmern ganz herzlich! Die Debating-AG

Nach bereits zwei Probetagen fühlten sich unsere Schüler  gut vorbereitet für den Tag der offenen Tür am JKG und hatten viel Spaß bei den kleinen „Mock“-debatten. Wir hatten alle den Eindruck, dass viele Eltern sich begeistert zeigten von dem Können der zwei Teams und den rhetorischen sowie sprachlichen Fähigkeiten, die in der Debating AG vermittelt werden. Somit scheint für den Nachwuchs aus der 5. Klasse gesorgt zu sein.

Im Übrigen war zwischen den einzelnen Debatten (es waren ca. 6 am ganzen Nachmittag), immer wieder Zeit für Unterhaltungen und Spaß in den Pausen. Der Tag endete mit einem „Rekrutierungserfolg“ auf ganzer Linie: beeindruckte Lehrer und Eltern sowie eine Menge Spaß. Ein großes Lob sei an dieser Stelle gesagt an alle Teilnehmer , die diesen Tag möglich gemacht haben.

 

Ankunft: Als wir am Freitag Nachmittag nach einer 2 ½ stündigen Anreise bei der Jugendherberge ankamen, wurden wir dort sehr freundlich empfangen. Wir freuten uns über die Begegnung mit einer großen Anzahl von Schülern, die ebenfalls Freude am Debattieren haben. Die erste Überraschung nach der Ankunft: die Zimmergenossen der JKG Schüler waren Gegner bei der ersten Debatte.

1.Debatte (vorbereitet): Die zweite Überraschung war, dass eine Tischtennisplatte als Tisch für die Debatte im Freizeitraum fungierte. Ein etwas ungewöhnlicher Anblick, woran wir uns aber alle sehr schnell gewöhnten. Insgesamt war es eine sehr respektvolle und freundliche Debatte, was vermutlich daran lag, dass das gegnerische Team das Zimmer mit unseren Schülern teilte. Am Ende war die Freude groß über den Sieg der ersten Debatte in Würzburg.

Übernachtung: Die Jugendherberge hatte angenehme Zimmer und Betten – die Stimmung in den Schlafräumen war immer noch super und die Zimmergenossen immer noch sehr angenehm.

2. Debatte (unvorbereitet): Wir hatten ein spannendes Thema über die Einschränkung der Macht der Geheimdienste. Diesmal hatten wir einen schönen „Austragungsort“ unserer Debatte: im großen Saal. Nach einer gefühlten Stunde Wartezeit kam das erfreuliche  Ergebnis über unseren zweiten Sieg.

3. Debatte (unvorbereitet): Unsere letzte Debatte fand in einem kleinen Zimmer mit Betten, die als Stühle dienten und einem improvisierten Rednerpult – es war ein lustiger Anblick. Leider haben wir diese Debatte nach einem spannenden Austausch verloren.

Insgesamt war es ein sehr gelungenes und abwechslungsreiches Wochenende in Würzburg, an dem wir viele Debattierer aus anderen Schulen kennengelernt haben. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr in Würzburg.

 

Seniors EuOpen 2011

Seit 2003 besteht die Debating AG am Johannes-Kepler-Gymnasium. In ihr treffen sich Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7, die Freude an der englischen Sprache haben, diese außerhalb des Unterrichts pflegen und ihr eigenes Sprachvermögen intensiv erweitern wollen. Gearbeitet wird in zwei Gruppen, den Juniors (Klassen 7-9) und den Seniors (Klassen 10 – 12).

Was ist Debating ?

Bei der englischen Form des Debattierens versucht die Regierung (Proposition) ihre Position zu einem vorgegebenen Thema (Motion) gegen die Opposition durchzusetzen. In diesem 1988 in Australien entwickelten World Schools Debate Format stehen sich zwei Mannschaften zu je 3 Sprechern gegenüber, von denen jeder eine klar festgelegte Aufgabe zu erfüllen hat. Kompromisse gibt es bei Debating, den Gepflogenheiten des englischen Unterhauses folgend, nicht.

EurOpen Final 2011Der erste Sprecher der Proposition definiert das Thema, stellt die Verteilung der Argumente der Regierung auf die einzelnen Sprecher vor (Teamline), führt in das Thema ein und entfaltet die ihm zugewiesenen Argumente.

Der erste Sprecher der Opposition nimmt Stellung zur Definition der Proposition, widerlegt einzelne vorgebrachte Positionen, stellt die Teamline der Opposition vor und entwickelt deren Argumente>

Die zweiten Sprecher widerlegen ebenfalls einige der vorgebrachten Argumente der Gegner und vertiefen die Positionen ihrer jeweiligen Partei.

Die dritten Sprecher konzentrieren sich nur mehr auf das Widerlegen der Positionen der Gegenpartei (Rebuttal), um schließlich ihre Rede mit dem Hervorheben der Standpunkte ihrer Seite zu schließen.

Der Sprecher der Proposition kann noch ein kleineres neues Argument in den Raum stellen, sofern dies in der Teamline angekündigt wurde, da der dritte Sprecher der Opposition Gelegenheit hat, zu diesem Punkt Stellung zu nehmen. Abgeschlossen wird die Debatte mit einem Schlussplädoyer (Reply Speech), wobei der Sprecher der Opposition beginnt. Hier werden die Positionen beider Seiten gegeneinander gestellt und noch einmal kurz begründet, warum die eigene Seite gewonnen hat. Die Redezeit beträgt für die einzelnen Sprecher in der Senior League jeweils acht Minuten, in der Junior League sechs Minuten, das Schlussplädoyer vier bzw. drei Minuten. Die Reden können jeweils, außer in der ersten und in der Schlussminute, durch Zwischenrufe der Gegenpartei (points of information) unterbrochen werden. Der Sprecher muss zwei solcher Zwischenrufe während seiner Rede annehmen und beantworten. Während des Schlussplädoyers sind keine Zwischenrufe erlaubt.Drei Wertungsrichter (Judges) beurteilen die Reden der Sprecher nach Stil, Inhalt und Strategie, d.h. wie die Mannschaft als Team zusammenarbeitet.

Was macht den Reiz von Debating aus?

Debating führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit politischen und sozialen Fragen. Es lehrt eigene Positionen überzeugend zu vertreten. Dies ist für jede Schülerin und jeden Schüler ein Gewinn nicht nur für das Fach Englisch und die Schule. Da auch Standpunkte überzeugend zu vertreten sind, von denen man selbst nicht überzeugt ist, wird gleichzeitig das Einfühlungsvermögen und das Verständnis für die Positionen anderer geschult. Letztendlich gelingt es durch Debating, Schüler und Schülerinnen auch für Politik zu interessieren, denn die gestellten Themen fordern sie heraus, sich mit sozialen und politischen Fragen zu beschäftigen, die die Welt bewegen und nicht nur Deutschland.

Darüber hinaus wird auch die Präsentationskompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert, denn das selbstsichere und überzeugende, gleichzeitig aber freundliche Auftreten der Debatierenden spielt bei den Wettbewerben eine große Rolle. Automatisch wächst so das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, schließlich müssen sie sich überwinden, vor  eine Reihe kritischer Zuhörer zu treten und ihre eigene Position standhaft zu vertreten.

An welchen Wettbewerben nehmen wir teil?Germans 2012

Unsere Schülermannschaften nehmen jedes Jahr an der Junior- und der Senior League der Debating Society Germany teil. Auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler haben wir jetzt auch schon mehrere Jahre an den Germans und der EurOpen teilgenommen. Unser größter Erfolg war 2012 der Gewinn der Germans in Berlin durch unsere Manschaft Kepler Mixed bestehend aus 3 Schülerinnen unserer Schule und 2 Schülern des Johannes-Kepler-Gymnasiums Leonberg.

Bei den EurOpen treffen unsere Debater im Kampf um das bessere Argument auf Mannschaften aus der ganzen Welt. Völlig überraschend hat das Team aus der Türkei bei den EurOpen 2011 in Stuttgart das Team aus Kanada geschlagen. Dies zeigt, dass sich auch Nichtmuttersprachler gegen ein muttersprachliches Team durchsetzen können. Wie heißt es bei den Debatern doch gleich: Das bessere Argument zählt und nicht das perfekte Englisch, denn sprachliche Fehler werden nur bestraft, wenn diese das Verständnis unmöglich machen.

 

Juniors am JKG

Debating Juniors in Practice Um die Schüler langsam an die anspruchsvollen Themen aus Politik und Gesellschaft heranzuführen, wird gerade in der Junior League zu Übungszwecken auch viel über sogenannte „Spaßthemen“ debattiert (z.B.: Christmas presents should be abolished / Weihnachtsgeschenke gehören abgeschafft). Dies weckt die Kreativität der Schülerinnen und Schüler und macht den freiwilligen Nachmittagsunterricht oft zu einer heiteren Veranstaltung mit viel Lachen.