„Mit Spaß und Spiel gegen Drogen und Gewalt“ – die 7a ist dabei!

Im Jahr 2000 wurde auf Initiative des VfB Stuttgart das Projekt „Mit Spaß und Spiel gegen Drogen und Gewalt“ ins Leben gerufen und läuft seitdem erfolgreich an Schulen in Stuttgart und Umgebung. Das Projekt wird dabei partnerschaftlich unterstützt durch das Polizeipräsidium Stuttgart und das Staatliche Schulamt Stuttgart. Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 aller Schularten. Als unsere Klassenlehrerin Frau Gilbert uns die diesjährige Ausschreibung für das Projekt vorgestellt hat, waren wir gleich Feuer und Flamme – schließlich lockte nach erfolgreicher Teilnahme für alle Klassen eine kostenlose Eintrittskarte für ein Heimspiel unseres VfB Stuttgart in der Mercedes-Benz Arena! Wir diskutierten in der Klasse darüber, ob wir uns bewerben sollten und kamen letztlich zu dem einstimmigen Beschluss, dass wir auf jeden Fall dabei sein wollten; das Projekt passt schließlich super in unser Schuljahr, in dem bereits die sog. Anti-Mobbing-Woche (Projektwoche „Mobbingfeie Schule – gemeinsam Klasse sein!“) sowie eine Drogenberatung seitens der Präventionsbeamten der Polizei auf unserem Jahresplan stehen. Das Projekt verfolgt, so die Veranstalter, im Zusammenspiel von Spaß und Spiel bzw. Sport Zielsetzungen wie die Sensibilisierung hinsichtlich der Themen Drogen und Gewalt, die Stärkung des Unrechtsbewusstseins, die Verbesserung von Teamfähigkeit und sozialer Integration, die Reduzierung von Jugendgewalt sowie die Motivation zur Vereinsarbeit.

Nach unserer erfolgreichen Bewerbung war die erste Herausforderung ein Fußball-Auftaktturnier am 15. November 2017 in der Jörg-Ratgeb-Schule in Stuttgart-Neugereut. Pro teilnehmende Klasse stand eine Mannschaft aus Jungs und Mädchen auf dem Spielfeld. Gespielt wurde nach dem Fair Play Gedanken ohne Schiedsrichter und im K.o.-System. Beides führte dazu, dass unsere tapferen Heldinnen und Helden (Anton, George, Celal, Lea, Sam, Janina und Antonia) wirklich alles gaben und bis zur totalen Erschöpfung kämpften! Dabei ging es auf dem Spielfeld entgegen der Vereinbarungen leider nicht immer ganz fair zu, sodass die ganze Mannschaft, einige mit sichtbaren Kampfspuren und gezeichnet von den Zweikämpfen, von der ganzen Klasse, die zur lautstarken Unterstützung mitgekommen war, gefeiert wurde! So fühlten wir uns am Ende, auch wenn wir nicht als Sieger vom Platz gegangen waren, alle als eine starke Gemeinschaft – wie auch auf unseren extra für das Turnier entworfenen T-Shirt zu sehen war! Vielen Dank auch an unseren Co-Klassenlehrer Herrn Keyser, der uns das ganze Turnier über begleitet und betreut hat!

Am 30. November stand dann der Anschlusstermin an. An diesem Donnerstag kamen der Präventionsbeamte Herr Schembera von der Polzeidienststelle in Stuttgart-Feuerbach sowie Peter Reichert, ehemaliger Spieler (1984 in der Meistermannschaft dabei) und derzeitiger Fanbeauftragter des VfB Stuttgart, zu uns in den Unterricht. Herr Reichert stellte uns die Angebotspalette und Betätigungsfelder des Vereins vor und stimmte uns auf das ein, was der Polizist noch mit uns gemeinsam besprechen würde. Er selbst sieht seine Aufgabe vor allem darin, Bindeglied zwischen den Fans, den Fangruppierungen (z. B. dem Commando Cannstatt) und dem Verein zu sein. Außerdem fand nach dem Unterricht noch ein Torwandschießen auf dem Schulhof statt, an dem alle Schülerinnen und Schüler der Klasse teilnahmen. Wir gaben dabei unser Bestes, allerdings war es gar nicht so einfach, die Torwand zu treffen! Unser Ergebnis wurde in einer Rangliste festgehalten und gemeinsam mit dem Ergebnis des Fußballturniers dann unsere Endplatzierung festlegen.

Der Polizeibeamte Herr Schembera sprach zuerst über Mobbing und Cybermobbing mit uns. Da wir in der Woche davor unsere Anti-Mobbing-Woche durchgeführt hatten, war es nun besonders spannend für uns, die Einschätzungen eines Polizisten zu hören, vor allem was die Strafbarkeit bei Cybermobbing angeht. Eben das würde von Kinder und Jugendlichen schnell unterschätzt bzw. gar nicht bedacht. So werde auf der Polizeidienststelle immer wieder Strafanzeige wegen diverser Vergehen im Bereich der sozialen Netzwerke usw. gestellt, auch von und gegen Jugendliche.

Besonders anschaulich wurde es, als Herr Schembera uns eine reale Geschichte erzählte, die er selbst in seinem Dienst auf der Straße so miterlebt hatte. Dabei ging es um eine gewaltsame und bewaffnete Auseinandersetzung auf einem S-Bahn-Gleich im Hauptbahnhof Stuttgart. Wir diskutierten gemeinsam darüber, warum es zu der Auseinandersetzung und dem Einsatz der Waffe (einem Messer) gekommen war und wie das ganze hätte eventuell verhindert werden können. Dabei ging es immer wieder um Zivilcourage und die Frage, was wir in so einer Situation bzw. als Augenzeugen machen sollten. Ganz klar: immer Hilfe holen! Nicht sich selbst gefährden, aber andere (Erwachsene) auf die Situation aufmerksam machen bzw. gleich die Polizei informieren. Die Diskussionen wurden noch lebhafter, als wir gemeinsam einen Film anschauten, in dem (in einer von Schauspielern gestellten Szene) eine junge Frau vor einem belebten Bahnhof immer wieder und heftiger von jungen Männern attackiert wurde und niemand bzw. kaum ein Passant eingriff. Wir überlegten gemeinsam, warum nicht eingegriffen wurde und sammelten verschiedene Argumente. Auch hier stand wieder im Mittelpunkt des Gesprächs mit Herrn Schembera, wie sich Bürger eigentlich verhalten sollten und wie auch wir als Jungendliche richtig handeln und Zivilcourage zeigen können. Somit waren sowohl die Gespräche mit Herrn Reichert als auch mit dem Polizisten sehr interessant und spannend und ergänzten unsere Erfahrungen und Diskussionsergebnisse aus der Anti-Mobbing-Woche perfekt, indem sie uns sozusagen den Blick über das Klassenzimmer hinaus ins Fußballstadion und auf die Straße bzw. in die Öffentlichkeit öffneten. Vielen Dank an die beiden! Jetzt freuen wir uns ganz besonders auf unseren gemeinsamen Stadionbesuch beim VfB Stuttgart, der im Frühjahr 2018 ansteht.

 

Antje Förstner 7a, S. Gilbert